Buchmesse Jerusalem

Viel Betrieb am deutschen Stand!

23. Februar 2011
Redaktion Börsenblatt
"Der gestrige Tag auf der Buchmesse war geprägt von regem Publikumsverkehr am deutschen Gemeinschaftsstand und vier Veranstaltungen im Foyer der Teddy Hall und im Literary Café", schreibt Kristina Kramer, Volontärin im Berliner Büro des Börsenvereins, die für boersenblatt.net aus Jerusalem berichtet.
Eine von Stefan Weidle (Kurt Wolff Stiftung) moderierte Verlegerrunde brachte Antje Kunstmann (Kunstmann), Susanne Schüssler (Wagenbach), Thomas Sparr (Suhrkamp), René Strien (Aufbau Verlag), Nikolaus Hansen (Arche) und die israelischen Verleger Israel Carmel (Carmel) sowie Avram Kantor (Hakibbutz Hameuchad-Sifriat Poalim) auf das Podium, um über die Unterschiede der verlegerischen Tätigkeit in Deutschland und Israel zu diskutieren. Die Verleger nutzten den Tag auf der Messe, um zahlreiche Geschäftstermine am Stand stattfinden zu lassen.

Der Autor Michel Bergmann erklärte auf seiner Lesung den jüdisch-frankfurterischen Begriff des Teilachers, ein nach dem Krieg „gestrandeter“ Jude, der von Tür zu Tür zog, um Stoffe und Wäsche zu verkaufen.  Das Publikum zeigte sich begeistert von der Gabe Bergmanns, jiddische Lieder zu singen und Dialoge aus seinem Roman „Die Teilachers“ (Arche) im schönsten hessischen Akzent zum Besten zu geben.

Nach der gut besuchten Diskussion mit Klaus Wagenbach über Franz Kafka folgte der Höhepunkt des Tages: Die Buchpräsentation „Berthold Beitz: Die Biographie“ von Dr. Joachim Käppner (Berlin Verlag), die vom Botschafter in Israel, Dr. Dr. hc. Harald Kindermann eröffnet und durch Ludger Ikas (BerlinVerlag) moderiert wurde. Sie endete mit einer spontanen Ansprache des aus Haifa angereisten Zeitzeugen, Herrn Rotenberg. In einem unverkennbaren jiddischen Akzent dankte er seinem Retter Beitz, der Hunderte von Juden im Zweiten Weltkrieg vor dem Tod bewahrt hatte, und dem Autor der Biographie, der ihm, dem Überlebenden, den „Spaziergang in die Vergangenheit“ so angenehm wie möglich gemacht habe.