Preisbindung

Schweizer Umfrage: Wie würden Sie entscheiden?

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Pünktlich zur "Abstimmungs-Arena" im Schweizer Fernsehen, die sich heute abend um 22.20 Uhr mit dem Thema Preisbindung befasst, hat der Sender SF 1 ein Dossier zum Tauziehen um die festen Bücherpreise ins Netz gestellt. Aus einer Wähler-Umfrage von Ende Januar geht hervor, dass die Preisbindungsbefürworter derzeit leicht im Vorteil sind. Die SWIPS-Verlage werben derweil kräftig für die Preisbindung.

Hätten die Schweizer Stimmberechtigten Ende Januar über das Bundesgesetz zur Buchpreisbindung entscheiden müssen, wäre die Vorlage knapp angenommen worden. Allerdings gibt es noch viele unentschlossene Eidgenossen. Mit 48 Prozent hätte sich eine relative Mehrheit "eher" oder "klar" für das Inkrafttreten des Gesetzes ausgesprochen, 39 Prozent wären dagegen gewesen. 13 Prozent gaben an, sie seien noch unentschieden. Die Umfrage ist vom Forschungsinstitut gfs.bern durchgeführt worden - befragt wurden 1.208 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Auftraggeber war die Schweizerische Rundfunk- und Fernsehgesellschaft SRG.

Das Dossier des SF stellt Ergebnisse der Umfrage vor, bündelt aber auch viele weitere Beiträge zum Thema - darunter eine Chronik des Schweizer Preisbindungsstreits: "Ein Bestseller würde es wohl nicht, ein Buch über die Geschichte der Buchpreisbindung", heißt es da unter anderem: "Aber es würde auf jeden Fall ein dickes Buch. Denn das Thema beschäftigt die Politik und die Justiz in der Schweiz seit Jahren."

Das Schweizer Fernsehen bereitet auf der Website auch alle weiteren Volksentscheide auf, die am 11. März zusammen mit der Preisbindung auf der Tagesordnung stehen:

Unterdessen hat auch SWIPS, der Zusammenschluss unabhängiger Verlage in der Schweiz, seinen Einsatz für die Buchpreisbindung bekräftigt und einstimmig beschlossen, das Buchpreisbindungsgesetz zu unterstützen. Dem Verbund Swiss Independent Publishers gehören 26 Verlage an, die sich gestern in Basel zur Jahresversammlung getroffen haben.

"In einem sogenannt freien Markt werden Bücher allgemein teurer und das Buchangebot einfältiger", schreibt der Verband in einer Mitteilung. Weiter heißt es: "Wir machen eindeutig schon jetzt die Erfahrung, dass etwas speziellere Bücher ohne Massenmarkt in vielen Buchhandlungen verteuert werden. Die Subvention des Bestsellers durch die anderen Bücher hat also bereits eingesetzt.  Wir empfehlen deshalb, am 11. März mit JA für das Buchpreisbindungsgesetz zu stimmen."