Eva Kollisch habe in ihren Werken gezeigt, "was Exil bedeutet, schon bevor man ins Ausland muss. Sie hat aufs Eindringlichste geschildert, was Kinder einer Minderheit erleben, wenn sie ausgegrenzt werden. Sie hat uns eine ungenügend bekannte Schattenseite von Österreich vor dem Anschluss vorgeführt", begründet die Jury ihre Entscheidung. "Ihr Werk ist eine wichtige Bereicherung für unser Verständnis der Exilerfahrung."
Eva Kollisch wurde am 17. August 1925 in Wien geboren. Sie flüchtete 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien. 1940 emigrierte sie in die USA und lehrte englische, deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft und Frauenliteratur am Sarah Lawrence College, New York. Heute lebt die Literaturwissenschaftlerin, Germanistin und Autorin in New York und verfasst Kurzgeschichten und Übersetzungen.
Im Jahr 2000 erschien in den USA ihr erster autobiografischer Roman "Girl in Movement" (dt. "Mädchen in Bewegung", bei Picus), in dem sie über ihre Jugend und ihr politisches Engagement im New York der 1940er Jahre berichtet. 2008 legte sie mit "The Ground Under My Feet" (dt. "Der Boden unter meinen Füßen", bei Czernin) ihren zweiten autobiografischen Roman vor, in dem sie ihre Erfahrungen mit Antisemitismus, Ausgrenzung, Flucht und Exil schildert.
Der Preis wird seit 2001 von der
Theodor Kramer Gesellschaft vergeben; gefördert wird er vom Land Niederösterreich, der Stadt Wien und vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK). Frühere Preisträger sind Ruth Klüger (2011), Elazar Benyoetz (2010), Ilana Shmueli und Josef Burg (2009), Tuvia Rübner (2008) und Jakov Lind (2007).