Appell unabhängiger Verlage

Indies fordern Diskussion zur Düsseldorfer Erklärung

35 unabhängige Verlage fordern die Kulturpolitiker der im Bundestag vertretenen Parteien zu einer Antwort auf die "Düsseldorfer Erklärung" auf. Ziel der Unterzeichner ist es, eine möglichst breite und offene Diskussion über die Konzeption einer Verlagsförderung in Deutschland zu initiieren.

Eine staatliche Förderung für unabhängige Verlage - das ist die zentrale Forderung der "Düsseldorfer Erklärung"

Eine staatliche Förderung für unabhängige Verlage - das ist die zentrale Forderung der "Düsseldorfer Erklärung" © Susanne Diesner

Der von den Verlagen unterzeichnete Text, der den Titel "Düsseldorfer Erklärung − Wie geht es weiter?" trägt, im Wortlaut:

"Im vergangenen Februar haben mehr als 50 Verlage die sogenannte 'Düsseldorfer Erklärung' verabschiedet, in der u. a. eine Förderung unabhängiger Literaturverlage gefordert wird. Anstoß für diese Erklärung gab nicht nur die prekäre Lage, in der viele unabhängige Verlage arbeiten, sondern auch die in der Kulturpolitik verbreitete Haltung, dass Verlagsförderung nicht zu den Aufgaben der Kulturförderung gehört. Angesichts des massiven Strukturwandels, mit dem der Literaturbetrieb seit etlichen Jahren konfrontiert ist, hält die Düsseldorfer Erklärung fest, dass dieser Standpunkt nicht nur die prekären Verhältnisse in vielen unabhängigen Verlagen, sondern auch die kulturelle Leistung ignoriert, deren Förderung in anderen Sparten, zum Beispiel in der Filmbranche, eine Selbstverständlichkeit ist. Wie wichtig ihre Arbeit ist, zeigt sich dennoch immer wieder - jüngst zum Beispiel im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs, bei dem zwei der Preise an Autor*innen unabhängiger Verlage gingen.

Die vitale Rolle unabhängiger Verlage erhält angesichts der alarmierenden Entwicklung, wie sie die im Juni 2018 erschienene GfK-Studie 'Buchkäufer – Quo vadis?' des Börsenvereins aufzeigt, zusätzliches Gewicht: Wir stehen vor Herausforderungen, die ohne einen lebendigen, vielgestaltigen Literaturbetrieb, in dem die Mitwirkung unabhängiger Verlage dauerhaft gesichert ist, nicht bewältigt werden können.

Die unterzeichnenden Verlage fordern daher die kulturpolitischen Entscheidungs- und Mandatsträger, insbesondere die Mitglieder des Kulturausschusses im Deutschen Bundestag, aber auch die Kolleginnen und Kollegen in den unabhängigen Verlagen auf, sich rasch und nachhaltig an der Diskussion über die Konzeption einer Förderung unabhängiger Verlage in Deutschland zu beteiligen und für die Transparenz des Geschehens einzutreten. Unser Appell richtet sich auch an die Medien, die wir ebenfalls in der Verantwortung sehen, diesen für die zukünftige Gestalt des deutschen Literaturbetriebs bedeutsamen Prozess aufmerksam und kritisch zu begleiten.

Bonn, 24. Juli 2018          

Die unterzeichnenden Verlage:

Christoph Haacker, Arco Verlag
Alexander Wewerka, Alexander Verlag
Jan Karsten, Culturbooks
Helge Pfannenschmidt, edition Azur
Silke Weniger, editionfünf
Franziska Otto, Edition Nautilus
Margitt Lehbert, Edition Rugerup
Ingo Držečnik, Elfenbein-Verlag
Dincer Gücyeter, Elif Verlag
Dr. Thomas Pago, Elsinor Verlag
Sebastian Guggolz, Guggolz Verlag
Michael Wagener, Gutleut Verlag
Laura Jacobi, Homunculus Verlag
Josef Kleinheinrich, Kleinheinrich Verlag
Hubert Klöpfer, Klöpfer & Meyer
Daniela Seel, Kookbooks
Axel von Ernst, Lilienfeld Verlag
Gerdt Fehrle, Louisoder Verlag
Daniel Beskos, Mairisch Verlag
Sarah Käsmayr, Maro Verlag
Jana Krimmling, Mitteldeutscher Verlag
Rainer Höltschl, Open House Verlag
Adrian Kasnitz, Parasitenpresse
Günther Butkus, Pendragon Verlag
Andreas Heidtmann, poetenladen Verlag,
Patricia Paweletz, Punktum Bücher!
Manfred Rothenberger, starfruit
Ulrike Helmer, Ulrike Helmer Verlag
KD Wolff, Stroemfeld Verlag
Kristine Listau, Verbrecher Verlag
Peter Engstler, Verlag Peter Engstler
Andrea Schmidt, Verlagshaus Berlin
Stefan Weidle, Weidle Verlag
Florian L. Arnold, Topalian & Milani
Anya Schutzbach, weissbooks"

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