Deutscher Hörbuchpreis 2018

Valery Tscheplanowa und Andreas Fröhlich gewinnen Sprecherpreise

Die Sieger des Deutschen Hörbuchpreises 2018 stehen in sechs von sieben Kategorien fest, darunter Valery Tscheplanowa als "Beste Interpretin" und Andreas Fröhlich als "Bester Interpret". Das beste Kinderhörbuch wird in der kommenden Woche bekannt gegeben. Der Sonderpreis geht an Eva Mattes.

Diese Hörbücher haben gewonnen

Diese Hörbücher haben gewonnen

Folgende Preisträger 2018 stehen laut Mitteilung des Deutschen Hörbuchpreises damit fest:

  • Beste Interpretin:
    Valery Tscheplanowa, Schauspielerin des Jahres 2017. Mit "verzaubernder Stimme", so heißt es in der Jurybegründung, liest sie Paulus Hochgatterers Erzählung "Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war" (Audio Media Verlag / BR) und bleibt dem poetischen Text "in all seiner Vagheit" treu. Die berührende Geschichte einer jungen Waisen aus den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 wirke in Tscheplanowas Interpretation "intensiv wie ein Kammerspiel".
  • Bester Interpret:
    Andreas Fröhlich, der bereits zum dritten Mal mit dem Deutschen Hörbuchpreis geehrt wird: 2010 gewann er erstmals in der Kategorie Bester Interpret, 2016 erhielt er gemeinsam mit Oliver Rohrbeck und Jens Wawrczeck den Sonderpreis für "Die drei ???". Jetzt wird er für seine Interpretation von Walter Moers‘ neuem Roman „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ (Der Hörverlag) ausgezeichnet. Dieser sei dem "alleskönnenden Hörspieler" offensichtlich "auf die Zunge und ins Herz geschrieben", urteilt die Jury. "Ernsthaft leicht und süchtig machend komisch" erschließe Fröhlich die "ganz eigene Fantasiewelt auf originelle Weise" und mit einer "unbändigen Freude" an der Sprache.
Valery Tscheplanowa

Valery Tscheplanowa © picture-alliance

Andreas Fröhlich

Andreas Fröhlich © picture-alliance

  • Bestes Hörspiel:
    Prämiert wird der Berliner Autor und Regisseur Paul Plamper für "Dienstbare Geister" (Hoerspielpark), eine Koproduktion des WDR mit BR, DLF Kultur, MDR und der Ruhrtriennale 2017. Getragen von einem "herausragenden, spielfreudigen Ensemble" mache Plampers Originalhörspiel mit "subtilen Details", einer "entlarvenden Wortwahl" und "punktgenauen Dialogen" die Geschichte und Gegenwart der Migration zwischen Deutschland und Afrika erlebbar: "Ein zeitloses Stück Zeitgeschehen".
  • Bestes Sachhörbuch:
    Hier zeichnet die Jury die vom Fritz Bauer Institut in Auftrag gegebene Dokumentation "Fritz Bauer. Sein Leben, sein Denken, sein Wirken" (Der Audio Verlag) aus. Dem Preisträger David Johst, der akribisch die von Fritz Bauer überlieferten Tondokumente zusammen­getragen und sie mit informativen Zwischentexten verbunden hat, ist nach Meinung der Juroren eine "große editorische Leistung" geglückt. Fritz Bauers "spannende Person, sein gesellschaft­licher Auftrag und seine Bedeutung − auch für unsere heutige Zeit" werden dem Hörer zugänglich gemacht und "glasklar" vermittelt.
  • Beste Unterhaltung:
    Das Hörbuch "Der Club" (headroom Verlag), eine inszenierte Lesung des Debütromans von Takis Würger. Preisträgerin und Regisseurin Theresia Singer habe es verstanden, das "brillante Sprecherensemble" zu einem "lebendigen Instrument" zu formen und damit eine "einzigartige Atmosphäre" zu erzeugen, "die man sich selbst so nicht erlesen könnte". Für diese "gestalterische Höchstleistung" gebühre der Preisträgerin die Anerkennung der Jury. 

Sonderpreis an Eva Mattes

Dass die Schauspielerin und Sprecherin Eva Mattes den Sonderpreis, der alle zwei Jahre vom Verein Deutscher Hörbuchpreis vergeben wird, erhält, war schon im vergangenen November bekannt gegeben worden. Sie wird für ihr langjähriges und heraus­ragendes Hörbuchschaffen geehrt, mit dem sie sich als "eine der großen Meisterinnen des Lesens" erwiesen habe.

Der Deutsche Hörbuchpreis ist in jeder Kategorie mit 3.333 Euro dotiert. Der Gewinner in der Kategorie "Bestes Kinderhörbuch" wird in der kommenden Woche bekannt gegeben.

Gemeinsam mit dem Deutschen Hörbuchpreis werden zwei weitere Auszeichnungen verliehen: 

  • Der erstmals vergebene WDR Publikumspreis – Mein Hörbuch 2017 ermöglicht den Hörern und Zuschauern des Westdeutschen Rundfunks, über ihr eigenes Lieblingshörbuch des Jahres 2017 abzustimmen. Die Teilnahme ist bis zum 4. Februar möglich unter publikumspreis.wdr.de. Der Gewinner des WDR Publikumspreises wird erst während der Preisverleihung bekannt gegeben.
  • Als Hörbuch des Jahres 2017 der hr2-Hörbuchbestenliste wird "Requiem für Ernst Jandl" (speak low) ausgezeichnet. Das Hörbuch verbindet Texte von Jandls Lebens­gefährtin Friederike Mayröcker und Musik von Lesch Schmidt zu einem "einzigartig dichten Gewebe aus Klang, Rhythmus und Sprache", so die Begründung.

Preisverleihung im Kölner Funkhaus

Gastgeber der Preisverleihung am 6. März ist der Westdeutsche Rundfunk im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz. Neben Moderator Götz Alsmann wird die Schauspielerin und Komikerin Cordula Stratmann als Bühnengast erwartet. Traditionell eröffnet die Veranstaltung das internationale Literaturfest lit.COLOGNE.

Die Verleihung wird live auf WDR 5 und den Kulturradios hr2-kultur, NDR Kultur, SWR2 und Antenne Saar sowie im Internet und als Audio- und Videostream auf www.wdr5.de übertragen. 3sat zeigt die Preisverleihung am 11. März ab 11 Uhr.

Zum Preis

Der Deutsche Hörbuchpreis zeichnet seit 2003 die besten Hörbücher des Vorjahres aus. Träger des Preises ist seit 2006 der "Verein Deutscher Hörbuchpreis". Ihm gehören aktuell neun Mitglieder an: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das Nachrichtenmagazin FOCUS, der Hessische Rundfunk, die Lit.COLOGNE, der Norddeutsche Rundfunk, die NDR media GmbH, die Studio Hamburg Enterprises GmbH, der Westdeutsche Rundfunk und die WDR mediagroup.

Mehr Informationen zum Deutschen Hörbuchpreis und zu den Preisträgern unter www.deutscher-hoerbuchpreis.de.

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