Manga

Japanische Regierung plant internationale Manga-Plattform

22. Juni 2026
Redaktion Börsenblatt

Wie Sumikai informiert, hat Japans Kulturbehörde ein Konsortium mit Verlagen, Übersetzer:innen und Vertriebsunternehmen gegründet. Ziel ist, legale Manga-Angebote im Ausland auszubauen und Erlöse deutlich zu steigern.

Das neue Konsortium hat am 18. Juni in Tokio seine Arbeit aufgenommen, wie Sumikai berichtet. Es soll den ausländischen Markt schneller und besser bedienen und die Auslandserlöse von Manga und verwandten Verlagsinhalten bis 2033 auf 1 Billion Yen (ca. 5,8 Milliarden Euro) steigern. Hintergrund ist auch die Piraterie: Die geschätzten jährlichen Schäden durch illegale Manga-Angebote außerhalb Japans werden mit rund 2,6 Billionen Yen beziffert.

Bei der ersten Sitzung tauschten die Beteiligten Hindernisse im internationalen Vertrieb aus und vereinbarten engere Zusammenarbeit. Im Zentrum steht die Frage, ob eine gemeinsame digitale Plattform entstehen kann, auf der Manga verschiedener Verlage angeboten werden. Frühere Versuche einer internationalen Plattform scheiterten an zu wenigen verfügbaren Titeln. Umstritten ist zudem das Geschäftsmodell: Einige Regierungsvertreter favorisieren ein einheitliches Abo, mehrere Verlage wollen ihre Vermarktung lieber selbst steuern. Parallel soll geprüft werden, wie Übersetzungen schneller verfügbar werden können, auch mithilfe generativer KI. Zudem will das Konsortium Beispiele für unterschiedliche gesetzliche Vorgaben in verschiedenen Ländern sammeln und daraus gemeinsame Standards für den internationalen Vertrieb ableiten.