Kommentierte "Mein Kampf"-Ausgabe

Schulen halten sich zurück

Die kommentierte Neuauflage von Hilters Hetzschrift "Mein Kampf" spielt in Schulen kaum eine Rolle. Ihr Anteil an den Bestellungen läge im einstelligen Prozentbereich, berichtet die "Zeit" unter Bezug auf den Philologenverband.

Das schreibt die Wochenzeitung in einer Vorabmeldung zu einem Artikel, der in der Ausgabe vom 26. Januar erscheint. Von der vom Institut für Zeitgeschichte herausgegebenen, kommentierten Neuauflage seien mittlerweile 85.000 Exemplare abgesetzt worden, aber kaum an Schulen. Das Institut räumte jedoch gegenüber der "Zeit" ein, es habe keine großflächigen Bestellungen von Klassensätzen gegeben. 

Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Philologenverbands, siedelt die Anzahl der Schulen, die das Buch angeschafft hätten, "im einstelligen Prozentbereich" an, so die "Zeit". Bei Lehrern sei bei dem Thema die "Angst größer geworden, etwas Falsches zu unterrichten und sich angreifbar zu machen", wird Meidinger zitiert. Für Johannes Heinßen, Vorsitzender des niedersächsischen Geschichtslehrerverbandes, würde das Buch den Unterricht nicht automatisch verbessern: "Dafür ist 'Mein Kampf' einfach zu schlecht und zu wirr geschrieben", so Heinßen gegenüber der "Zeit". Und der Historiker Thomas Sandkühler, Vorsitzender der Konferenz für Geschichtsdidaktik, sei der Ansicht, dass Schüler sich zwar "anhand geeigneter Auszüge" ein Bild über Hitlers Denken machen könnten. Zur Erklärung des Nationalsozialismus als Herrschaftssystems trage das Buch jedoch wenig bei.

Die kommentierte Ausgabe des Instituts für Zeitgeschichte von Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf" war am 8. Januar 2016 in den Handel gekommen (siehe Archiv: "Viele Händler verzichten auf Präsentation").

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