Umstrittene Auslage von Kopp-Titeln bei Hugendubel

Was der Index erlaubt

Die Buchhandlung Hugendubel erntet Kritik dafür, dass sie Titel aus dem Kopp Verlag in ihren Filialen präsentiert. Hugendubel verweist auf die Meinungsfreiheit und erklärt, man präsentiere neben den umstrittenen Titeln auch Bücher aus dem gesamten übrigen Meinungsspektrum.

In einem Beitrag auf "Focus online" werden Kunden zitiert, die sich über die exponierte Auslage einiger Kopp-Titel beklagt hatten. Bücher des Rottenburger Verlags, die zum Teil Liebhaber von Verschwörungstheorien und rechtspopulistische Zielgruppen bedienen, stehen immer wieder in der Kritik.

Im Fall der kritisierten Bücher, die teils von Kopp, teils aber auch im Amadeus-Verlag und anderen Häusern verlegt werden, beruft sich Hugendubel auf das Neutralitätsgebot. »Im Sinne der Meinungsfreiheit bleiben wir selbstverständlich dabei, alle Titel in unserem Sortiment anzubieten, sofern sie nicht auf dem Index der Bundesprüfstelle stehen«, erklärte Nina Hugendubel auf Anfrage des Börsenblatts.

Die aktuellen Reaktionen auf die präsentierten Titel eines einzelnen Verlags nehme man sehr ernst: "Wir sind uns bewusst, dass die Art und Weise, wie ein Thema abgebildet wird, ein wichtiges Kriterium ist", heißt es aus München: "Deshalb sind wir stets bemüht, mit unserem Titelangebot ein ganzes Meinungsspektrum zu einem Thema abzudecken. Sollte uns dies einmal nicht gelingen und der Eindruck einer inhaltlich einseitigen Präsentation entstehen, nehmen wir die Hinweise unserer Kunden sehr ernst und kümmern uns darum." Der im konkreten Fall kritisierte Büchertisch trug auch Titel aus Verlagen, die eindeutig dem demokratischen Spektrum zuzuordnen sind.

7 Kommentar/e

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  • Dr. Rainer Nitsche, Transit Buchverlag

    Dr. Rainer Nitsche, Transit Buchverlag

    Hugendubel wir ja wegen dieser Werbeaktion nicht nur kritisiert, sondern ausdrücklich gelobt, weil die Gechäftsleitung sich dem öffentlichen Druck nicht beuge (so nachzulesen auf Kopp online). Jeder kann sich ein Bild von der politischen Position des Kopp Verlags oder des Amadeus Verlags machen, wenn er kurz auf deren websites schaut. Es geht ja nicht um Zensur, auch nicht um Verbote, sondern darum, ob es richtig ist, solchen extremen Positionen bewusst eine so prominente Bühne zu verschaffen.

  • etremble

    etremble

    Na ja, die Bücher von Dianetik/Scientology verkauft Hugendubel ja auch nicht im Laden. Warum also dann die verblödenden, sektiererischen Titel von Kopp?

  • Protagoras

    Protagoras

    Titel auf Bestellung zu verkaufen,ist das eine, sie aktiv (Büchertisch) zu bewerben, aber etwas ganz anderes. Ist es Hugendubel um die Meinungsfreiheit zu tun? Dann wird er mit jeder beschränkten Auswahl ins Hintertreffen geraten. Er lässt sich den Umsatz dieser Titel nicht entgehen - das steht im Vordergrund. Frau Nina Hugendubels Begründung ist kaum mehr als eine Schutzbehauptung, um den Profit, den sie mit diesen Titeln machen will, zu bemänteln.

  • Thomas Gommeringer

    Thomas Gommeringer

    Hugendubel ist doch wohl zu recht gelobt worden. Es wäre ja noch mal schöner, wenn ein Buchhändler jedes mal, wenn sich jemand an bestimmten Autoren, Verlagen oder sonstigen Dingen stört, sein Sortiment umstellen und bereinigen müsste. Überhaupt wer ist diese Frau Martin, die diese Aktion angezettelt hat, und mit welcher Berechtigung maßt sie sich an, Hugendubel ‘aufzufordern’ diese Bücher nicht mehr zu bewerben und zu verkaufen ? Und was bitte ist an den genannten Buchtiteln rechts-extrem ? Mag sein dass der Inhalt nicht den eigenen Ansichten entspricht, aber die Stigmatisierung als rechts-extrem ist noch mal anderes. Ich bezweifle, dass es ausreichend ist einen kurzen Blick auf die Website des Verlages zu werfen, um genau beurteilen zu können, wie die politische Position jeweils ist; dazu müsste man sich genauer mit der Materie beschäftigen
    und die Bücher im Detail kennen, sprich gelesen haben. Letztendlich geht es natürlich um Zensur, wenn man die Bücher nicht bewerben darf, oder von einer prominenten Position in eine weniger prominente wegräumen oder ganz verschwinden lassen würde.

  • Michael Simon

    Michael Simon

    Finde ich lustig, dass ausgerechnet im Focus ein Artikel erscheint über Kunden die der Verkauf rechtspopulistischer Literatur bei einem Fililalisten aufregt. Von einem Branchenblatt des Buchhandels würde ich mir allerdings erwarten, dass der geneigte Leser, die geneigte Leserin erführe, wie die anderen großen Filialisten mit dem Thema Kopp Verlag umgehen. Das Titel aus dem Kopp-Verlag immer wieder auf den Bestsellerlisten auftauchen, verdankt sich ja sicherlich nicht einzig dem Abverkauf bei Hugendubel .

  • Thomas Gommeringer

    Thomas Gommeringer

    Hugendubel ist doch wohl zu recht gelobt worden. Es wäre ja noch mal schöner, wenn ein Buchhändler jedes mal, wenn sich jemand an bestimmten Autoren, Verlagen oder sonstigen Dingen stört, sein Sortiment umstellen und bereinigen müsste. Überhaupt wer ist diese Frau Martin, die diese Aktion angezettelt hat, und mit welcher Berechtigung maßt sie sich an, Hugendubel ‘aufzufordern’ diese Bücher nicht mehr zu bewerben und zu verkaufen ? Und was bitte ist an den genannten Buchtiteln rechts-extrem ? Mag sein dass der Inhalt nicht den eigenen Ansichten entspricht, aber die Stigmatisierung als rechts-extrem ist noch mal anderes. Ich bezweifle, dass es ausreichend ist einen kurzen Blick auf die Website des Verlages zu werfen, um genau beurteilen zu können, wie die politische Position jeweils ist; dazu müsste man sich genauer mit der Materie beschäftigen und die Bücher im Detail kennen, sprich gelesen haben. Letztendlich geht es natürlich um Zensur, wenn man die Bücher nicht bewerben darf, oder von einer prominenten Position in eine weniger prominente wegräumen oder ganz verschwinden lassen würde.

  • Ralf

    Ralf

    Soso, und welche Bücher im Laden auf dem Büchertisch ausgelegt werden dürfen bestimmt fortan die Gesinnungspolizei? Merkt denn hier niemand, wie die Meinungsfaschisten die Schlinge immer enger ziehen wollen? Was wird als nächstes geächtet? Süßigkeiten? Fleisch? Heino?
    Warum kann man nicht endlich mal die Toleranz an den Tag legen, die man den ganzen lieben langen Tag wie eine Monstraz vor sich her trägt? Die Bücher sind nicht verboten, also lasst doch bitteschön Hugendubel in Ruhe! Ihr müsst sie ja nicht kaufen. Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Keine Macht dem Meinungsterror!

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