WELT-Literaturpreis an Virginie Despentes

"Eine außergewöhnlich radikale Frau"

Die französische Schriftstellerin Virginie Despentes erhält für ihr Gesamtwerk den mit 12.000 Euro dotierten WELT-Literaturpreis 2018. Die Verleihung ist am 17. Dezember in Berlin.

Virginie Despentes

Virginie Despentes © Reuters

"Mit Virginie Despentes zeichnen wir eine außergewöhnlich radikale Frau für ihr Gesamtwerk aus: für ihr literarisches, filmisches und feministisches Schaffen", so die Begründung der Jury unter Vorsitz von Mara Delius, Leiterin "Literarische Welt". Delius fährt fort: "Berühmt – und berüchtigt – wurde sie mit dem pornographischen Film 'Baise-moi', der wegen Splatter-Szenen von Sex und Gewalt auf den Index gesetzt wurde. Ihr feministisches Projekt 'King Kong Theorie' ist ein Plädoyer für aktives Unangepasstsein. In ihrer Literatur gibt Virginie Despentes denen eine Stimme, die die Welt vergessen zu haben scheint: So auch in ihrer Trilogie 'Das Leben des Vernon Subutex', ein politischer Gesellschaftsroman in der Tradition von Balzac und Zola. Mitreißend wie eine Netflix-Serie entwirft seine brutale Beschreibung einer Gegenwelt von Außenseitern eine dunkel schillernde Ästhetik moderner Gewalt und Sehnsucht", so Delius.

Zur Jury gehören neben Mara Delius, Leiterin "Literarische Welt", die Redaktion der "Literarischen Welt", Andreas Rosenfelder, Leiter Feuilleton "Welt" und "Welt am Sonntag" und Hannah Lühmann, Redakteurin im Feuilleton von "Welt" und "Welt am Sonntag".  

Zur Person

Virginie Despentes wurde am 13. Juni 1969 in Nancy, Frankreich, geboren. In der französischen Gegenwartsliteratur gilt sie als Provokateurin und künstlerische Grenzgängerin. Bevor sie schriftstellerisch in Erscheinung trat, arbeitete Despentes als Prostituierte und Pornoregisseurin. Heute ist sie Mitglied der Académie Goncourt, ihre Romane sind vielfach ausgezeichnet worden.

Der in diesem Jahr erstmals mit 12.000 Euro dotierte WELT-Literaturpreis erinnert an Willy Haas, der die "Literarische Welt" 1925 gründete. Zu den bisherigen Preisträgern der seit 1999 verliehenen Auszeichnung zählen u.a. Zadie Smith (2016), Karl Ove Knausgård (2015), Philip Roth (2009) und Daniel Kehlmann (2007).

Zusammen mit dem WELT-Literaturpreis wird erstmals WELT VON MORGEN, der Preis für junge Autoren unter 25 verliehen, der mit 7.500 Euro dotiert ist. Die Veranstaltung findet am 17. Dezember in Berlin statt.

 

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