Ein bisschen Größenwahn schadet nie
Karneval ist vorbei, aber Timothy Sonderhüsken plädiert trotzdem für das Tragen eines Löwenkostüms.
Timothy Sonderhüsken arbeitet seit 1992 in der Buchbranche, zuletzt als Verlagsleiter bei dotbooks
Karneval ist vorbei, aber Timothy Sonderhüsken plädiert trotzdem für das Tragen eines Löwenkostüms.
Timothy Sonderhüsken arbeitet seit 1992 in der Buchbranche, zuletzt als Verlagsleiter bei dotbooks
Eine Freundin hat mir neulich den Kopf gewaschen: "Hast du gerade gesagt, dass dein Roman 'nur' Unterhaltung ist? Diese Selbstvermausung braucht niemand." Damit hat sie Recht, aber es fällt mir leichter, die Bücher anderer Autor:innen zu preisen. "Bei dir muss man immer aufpassen", sagte vor Jahren eine Vertreterin nach der Programmkonferenz zu mir. "So begeistert, wie du Bücher vorstellst, könnten das alles Spitzentitel sein. Aber es sind Umfeldtitel, egal, wie sehr du sie glänzen lässt." Nach manchen Komplimenten möchte man weinen, oder?
Natürlich gibt es zu viele neue Bücher: Die Verlage haben für die wenigsten Marketingbudget, die Menschen im Außendienst keine Zeit, um über sie zu sprechen, und dass der Buchhandel nicht durchdreht angesichts der Sturmflut aus "Emotion Kiss Someone – In deinen Armen wartet mein Glück" oder "Das kleine Frühlingswunder in der Schlachterei am Strand", lässt mehr an die Existenz einer behütenden Gottheit glauben als der Vatikan.
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