Und das tat ich. Jedenfalls glaubte ich das lange. Ich schrieb Kolumnen, Artikel, Romane, sagte keine Termine ab, organisierte Babysitter, arbeitete nachts, arbeitete fiebrig, arbeitete immer. Ich hielt mich für stark. Für diszipliniert. Für eine jener Frauen, die alles schaffen.
Erst viel später begriff ich, wie sehr ich die Logik eines Betriebs verinnerlicht hatte, in dem ständige Verfügbarkeit als Leidenschaft gilt und Erschöpfung möglichst unsichtbar bleiben soll. Solange ich trotz Kindern funktionierte, galt ich als bewundernswert.
Als ich nach meiner Trennung mit zwei Kindern allein dastand und plötzlich Termine absagen musste, weil ein Kind krank war oder Betreuung ausfiel, wurden die Anfragen weniger. Die finanzielle Unsicherheit, die vorher schon da gewesen war, wurde nun existenziell.