"Herausragender Vermittler deutschsprachiger Literatur in Japan“

Gundolf-Preis geht an Hiroshi Yamamoto

10. Februar 2026
Redaktion Börsenblatt

Der diesjährige Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung deutscher Kultur im Ausland geht an den japanischen Germanisten Hiroshi Yamamoto. Die Liste der Autor:innen, die er in Japan vorstellte, ist lang.

Hiroshi Yamamoto im Porträt vor Bücherwand

Hiroshi Yamamoto

In der Begründung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung heißt es, Hiroshi Yamamoto sei ein herausragender Vermittler deutschsprachiger Literatur in Japan. Als wissenschaftlicher Autor, Herausgeber und literarischer Übersetzer vom Deutschen ins Japanische gilt sein besonderes Interesse der Literatur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Eine große Anzahl von Autorinnen und Autoren sei durch seine Arbeiten erstmals in Japan vorgestellt worden, darunter Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Volker Braun, Rainald Goetz, Durs Grünbein, Christoph Hein, Felicitas Hoppe, Christa Wolf oder Marion Poschmann.

Mit seiner Übersetzung des Romans von Herta Müller "Der Fuchs war schon damals Jäger" (1992, jp. 1997) machte er die Autorin schon lange, bevor sie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, der japanischen Leserschaft bekannt. Weitere Übersetzungen ihrer Werke folgten, außerdem von Ilse Aichinger "Unglaubwürdige Reisen" (2007), von Thomas Bernhard "Alte Meister" (2010) und anderes mehr.

Preisverleihung

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Verleihung wird am 30. Mai in Halberstadt im Rahmen der Akademie-Tagung stattfinden. Die Laudatio hält die Literaturwissenschaftlerin Christine Frank.

Hiroshi Yamamoto, geboren 1964, ist seit 2017 Professor für Germanistik an der Universität Waseda in Tokyo. Gastdozenturen führten ihn an die Universität Salzburg (2005/2006) und an die Humboldt-Universität Berlin (2024/2025). Er ist Mitbegründer und -herausgeber der Zeitschrift DELI (Deutsche Literatur). 2010 erhielt er den Preis der japanischen Gesellschaft für Germanistik.