Deutschlandfunk Kultur hat nachgefragt zum Fall „Gittersee“

"Ich hätte mir damals einen Diskurs über Machtmissbrauch gewünscht"

22. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Das Debüt "Gittersee" (S. Fischer) von Charlotte Gneuß  stand 2023 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Verhinderte eine "Mängelliste" von Autor Ingo Schulze das Weiterkommen auf die Shortlist? Deutschlandfunk Kultur hat neue Details dazu erfahren.

Cover des Romans "Gittersee"

Dazu gehört laut Recherche von Anh Tran und Text von Max Kuball die Aussage von Ingo Schulze, er habe die "Mängelliste" nicht im Auftrag des S. Fischer Verlags erstellt, und er habe seinem Schriftsteller-Kollegen Frank Witzel sein Einverständnis gegeben, zwölf der über 20 Punkte der Liste an die Juryvorsitzende des Deutschen Buchpreises 2023, Katharina Teutsch, weiterzuleiten.

Die Autorin Charlotte Gneuß werde bis heute auf Lesereisen auf vermeintliche Fehler in ihrem Buch angesprochen, heißt es im Beitrag von Deutschlandfunk Kultur. Sie wird zitiert mit den Worten: "Ich hätte mir damals eigentlich einen Diskurs über Machtmissbrauch, über die Verstrickungen im Literaturbetrieb gewünscht und der ist eigentlich ausgefallen."

Gewonnen hat den Deutschen Buchpreis 2023 der Autor Tonio Schachinger mit "Echtzeitalter" (Rowohlt).

Zum Beitrag von Deutschlandfunk Kultur: Gittersee: Ingo Schulzes "Mängelliste" und die Folgen