Messe-Impressionen 2026
Jede Buchmesse schüttet ein Füllhorn von Geschichten aus, und nicht alle finden nur zwischen Buchdeckeln statt. Bilder und Impressionen.
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Da fragt man doch gerne, was man schon immer mal über die Messe wissen wollte.
Was die Buchmesse für die Umorganisation der Hallen an Detailarbeit geleistet hat, wagt man sich nur ansatzweise vorzustellen. Wem hat das zugesagt, wem nicht? Und aus welchen Gründen? Viele Menschen, viele Meinungen. Nur nach oben hat sich die Messe noch nicht ausgebreitet. Aber vielleicht gibt es 2050 fliegende Verlagspräsentationen?
Joachim Kaufmann übernimmt das Amt des Messechefs von Juergen Boos, in dessen Windschatten er die Messe durchsegelte – Boos‘ letzte und Kaufmanns erste in neuer Funktion. Internationalen Verlegern stellte sich Kaufmann in einem Podiumsgespräch vor.
Klar, stimmt ja alles … aber Leseliebe braucht eigentlich keine Argumente. Reingucken, festlesen, 320 Seiten später zuklappen. Oder?
Schon beim Aufbau haben wir uns gefragt, wer sich diesen schönen Stand leistet … es ist die Präsentation Litauens, die wie eine Graphic Novel inszeniert wird.
Und eine unerschrockene Radka Denemarková meinte, ebenfalls bei der Eröffnung: "Die Staatsminister, die die Kultur vernichten, kommen und gehen – aber die Literatur bleibt.", womit sie auf den umstrittenen tschechischen Kulturministers Oto Klempíř anspielte. "Wir brauchen kühle Köpfe, klaren Verstand, kreatives Denken und mutige, unabhängige Verlage."
Die Französin Gisèle Pelicot sprach bei mehreren Terminen über ihre Geschichte und das Buch "Eine Hymne an das Leben". Ihr Auftritt im Schauspiel Frankfurt war schon vor Wochen ausverkauft. Menschen jedes Geschlechts und Alters applaudierten der Frau, die ihre ungeheuerliche Erfahrung nicht versteckte – ein Signal an die Gesellschaft, an junge Frauen, die mit der Gefahr einer „chemischen Unterwerfung“ leben.
Ein beeindruckend dicht gepacktes Messeprogramm absolvierte der tschechische Schriftsteller Jaroslav Rudiš. Ein Termin darunter war ein besonderer, ein Auftritt im Dialogmuseum Frankfurt.
Rudiš wollte eigentlich Lokführer werden, doch wegen seines eingeschränkten Sehvermögens blieb ihm dieser Beruf verwehrt. Seine Leidenschaft für Bahnreisen ist geblieben, wie sein Bestseller „Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen“ beweist. Petty Waagö, blinde Teamleitung im Dialogmuseum, las aus der Braille-Ausgabe des Buches. Tino Dallmann (MDR Kultur) moderierte ein Gespräch über Zugreisen und Lebens(um)wege.
Im Haus des Buches baute die Bücherbüchse ihre Pop-up-Buchhandlung auf, mit gemütlicher Leseecke.
Für das Entertainment wurde viel getan – vom Walking Act über das obligatorische Glücksrad, eine ganze Krimi-Rätselwelt und eine beplüschte nostalgische Starßenbahn, die mit Lesenden einmal durch ganz Frankfurt fuhr …
... aber es gab zahlreiche Fitzek-Fans, die sich am Jubiläumsstand in dieses Augapfel-Bällchenbad stürzten.
Nachdem Karin Schmidt-Friderichs in ihrer Amtszeit zahlreiche Ehrungen und Preise überreicht hat, darf sie nun eine Urkunde ganz ihr eigen nennen – zur Ehrenmitgliedschaft im Börsenverein. Nina George, die in zahlreichen branchenpolitischen Ämtern unermüdlich deutliche Worte zum Umgang mit künstlicher Intelligenz und digitaler Souveränität findet, wurde mit dem Friedrich-Perthes-Preis gewürdigt.
Übersetzungsvergütung – ein ganz heißes Thema. Zur prekären Einkommenssituation hat der VdÜ eine Protestkampagne gestartet, digital und live auf der Buchmesse.
Mehr zu den Argumenten der Übersetzer:innen und ihren Forderung - Mindesthonorar von 30 € pro Normseite und eine Verkaufsbeteiligung ab dem 1. Exemplar - auf der Website des VdÜ.
Zum Broterwerb trug bei, vor Morgengrauen die Anlegerinformationen Schweizer Großbanken zu übersetzen, seufzte der in Basel lebende „Infinite Jest“-Übersetzer Ulrich Blumenbach, Träger des Johann-Heinrich-Voß-Preises für Übersetzung 2026. Er erklärte die Feinarbeiten am professionell zu übersetzenden Text, und im kabarettreifen Duett mit Moderator Daniel Göske las Blumenbach in Dialekte übersetzte Passagen.
Spotify-Stand mit Hörbüchern und Literatur aus aller Welt.
Ach nein, das ist ein Live-Podcast-Studio im Audio-Bereich
New Adult und Community Stage in der Festhalle.
Frederick Wrensch und sein Team der Buchhandlung Graff haben wieder die Buchmesse gerockt – mit ihrem Stand in der Festhallen-Community.
In der Festhalle gab es einen Rückzugsraum für Influencer – zum Aufladen der Handyakkus und der der Social Battery.
... und scheint sich eine neue Fangruppe zu erobern. Oder wird da eine alte Liebe aufgewärmt?
Der Grüffelo bereitet sich auf den Besuch der Grüffelo-Oma vor und braucht Unterstützung.
Die Gastrolle des Ehrengasts hat Tschechien an Chile übergeben. Das südamerikanische Land wird sich unter dem Motto „Astros de Tierra“ („Sterne der Erde“) auf der Frankfurter Buchmesse 2027 präsentieren. Magische Erfahrungen dürfen erwartet werden – nicht nur in der Literatur.
Der Länderstand zeigte eine Auswahl schön gestalteter Titel. Das Programm „Translating Chile“ hat seit 2024 bereits 109 Übersetzungen chilenischer Titel gefördert; bis Oktober 2027 sollen mindestens 160 Titel in andere Sprachen übersetzt werden.
Ein Oud-Spieler mit der arabischen Laute in Halle 5.1.
Mit Texten von Rachid Benzine, Bahram Moradi und Adalber Salas Hernández war auch Literatur zu Palästina, aus Iran und Venezuela in Frankfurt zu Gast – in der Veranstaltungsreihe „Zwischenzeilen“ des Börsenvereins, gelesen von Şeyda Kurt, Ingo Schulze (Foto) und Marica Bodrožić, in der stimmungsvollen Katharinenkirche.
Alles dicht? Ein signiertes Buch mit Wasserschaden heimzutragen wäre so traurig.
Beim Fischer-Sauerländer-Umzug von Frankfurt nach München laufen noch Austausch und Verhandlungen über das Werwiewannwo, aber am Messestand war das Bekenntnis zu Frankfurt am Main schon einmal eindeutig: Das Team 069 dominierte die Fläche.
Viele, viele Selfie-Spots
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