In die Top 25 der Belletristik Hardcover schieben sich insgesamt sieben Premieren, neu auf dem zweiten Platz beginnt Carissa Broadbents "Children of Fallen Gods" (Carlsen; ET: 15. Januar; Ü: Heike Holtsch, Constanze Weise, Kristina Flemm, Fabienne Weuffen). Es ist der zweite Teil ihrer New-Adult-Romantasy-Trilogie "War of Lost Hearts". In der ersten Auflage gibt es einen limitierten Farbschnitt und Wendeumschlag mit alternativem Cover. Den Abschlussband, "Mother of Death and Dawn", kündigt Carlsen für März 2026 an.
Die wochenlange Nummer 1, "Der Nachbar" (Droemer; ET: 22. Oktober 2025) von Sebastian Fitzek, rutscht damit auf den dritten Platz. Fitzek stand damit von KW 43/2025 bis KW 2/2026 durchgehend auf dem Spitzenplatz.
Leïla Slimani schließt mit dem von der Kritik hochgelobten "Trag das Feuer weiter" (Luchterhand; ET: 14. Januar; Ü: Amelie Thoma) ihre Marokko-Trilogie "Das Land der Anderen" ab. Neu auf Platz 6. Die Prix-Goncourt-Preisträgerin erzählt von der erfolgreichen, in Paris lebenden Schriftstellerin Mia, die mit "brain fog" kämpft, einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt. Auf Anraten ihres Arztes reist sie nach Marokko, in das Land ihrer Kindheit, das sie als junge Frau verlassen hat. Dort fühlt sie sich wie eine Fremde, fragt sich, wer sie ohne die Erinnerungen an ihre Familie ist. Eine zweite Zeitebene spielt 1980 in Rabat, Mia ist sechs, als ihre Schwester Inès geboren wird. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Familie ist wohlhabend – noch. "Was für ein schönes, großes, reiches Buch", schrieb Volker Weidermann in der "Zeit". Theresa Hübner sieht in ihrer Rezension (SWR) eine "Abschluss mit Unbehagen". Der Roman hinterlasse einen zwiespältigen Eindruck: Er sei voller wichtiger Fragen und literarisch dann am stärksten, wenn er nicht versuche, sie auch gleich selbst zu beantworten.
Julian Barnes, der am 19. Januar 80 Jahre alt wurde, zieht in "Abschied(e)" (Kiepenheuer & Witsch; ET: 15. Januar; Ü: Gertraude Krueger) – auch angesichts einer möglicherweise bedrohlichen Erkrankung – eine literarische Lebensbilanz. Verabschiedet er sich mit diesem Buch vom Schreiben? Barnes sinniere "voll melancholischem Witz und mit allergrößter Souveränität, wozu in seinem Fall stets die Selbstironie zählt, über die eigene Vergänglichkeit", so Knut Cordsen (BR24 Kultur; zitiert von der Verlagswebsite).