Buchcharts – die aktuellen Bestsellerlisten

Siri Hustvedt klettert auf Platz 1

25. März 2026
Matthias Glatthor

Mit "Ghost Stories" schiebt sich Siri Hustvedt, die gerade auf Deutschlandtour ist, an die Spitze der Belletristik-Liste Hardcover. Gleich den ersten Platz erobert Sebastian Fitzek mit seinem Ausflug ins Horror-Thriller-Genre, als Co-Autor von Annika Strauss. Warum Lesen sie glücklich macht, schildert Meike Winnemuth in "Eine Seite noch". Sie ist damit die Top-Einsteigerin beim Sachbuch Hardcover. Unsere Wochencharts bieten diesmal 25 Premieren.

Collage mit fünf Covern von Neueinsteigern in den Charts, daneben in großen Zahlen die Platzierungen

Neu in den Börsenblatt Bestsellerlisten (16.–22. März 2026)

Die Wochencharts auf Börsenblatt Online

Ermittlungszeitraum: 16. bis 22. März 2026 (KW 12)

Neueinsteiger-Bilanz:

24 Neueinsteiger(Vorwoche: 39) kommen in unsere Haupt-Wochencharts – dabei: Belletristik HC (2), Belletristik PB (2), Belletristik TB (4), Sachbuch HC (3), Sachbuch PB (6), Sachbuch TB (5), Ratgeber (2).

  • Neun davon starten in den Top 5

In die Liste Essen & Trinken / Ernährung kommt eine Neueinsteigerin, die es nicht in die Ratgeberliste insgesamt schafft: Paulina Schauer steigt mit "Platz da, jetzt koch ich! Das Kochbuch für Kinder mit 5 Zutaten" (Naro Verlag / Bookmundo) auf Platz 22 ein.. Wie der Titel schon sagt, "jedes Rezept kommt mit maximal fünf Zutaten aus und führt in klaren, kindgerechten Schritten zum Ergebnis", so der Klappentext So werde ein Küchenchaos vermieden.

Top-Einsteiger bei den Ratgebern, auf Platz 9, ist "Mein einzigartiges Pandakind" (Beltz; ET: 19. März) von Elternberater Mark Leonard. Er befasst sich mit Kindern im PDA-Autismus-Profil ("Panda-Kinder"), zeigt, wie Eltern ihr Kind begleiten können, gibt konkrete Impulse für den Umgang mit Freund:innen, Kita und Schule sowie Tipps zu den Themen Essen, Schlafen, Kinderkrankheiten und Mediennutzung.

Ein Erinnerungsbuch

Die US-Autorin Siri Hustvedt ist mit "Ghost Stories" (Rowohlt; ET: 13. März; Ü: Uli Aumüller, Grete Osterwald), dem bewegenden Erinnerungsbuch an ihren im April 2024 an einer Krebserkrankung verstorbenen Ehemann Paul Auster gerade auf Deutschlandtour. Im "Literarischen Quartett" (ZDF) vom 13. März wurde das Buch von Adam Soboczynski als "ein Ereignis" gefeiert. Hustvedt gedenkt der 43 Jahre währenden gemeinsamen Geschichte mit Auster, der auch selbst zu Wort kommt – mit Briefen, die er für seinen einige Monate zuvor geborenen Enkel Miles hinterlassen hat.

Es sind "intime, essayistische und politische Texte über Trauer und Liebe", urteilte Kristine Harthauer im NDR. Yannic Walter schrieb in der "taz", "Ghost Stories" sei "ein tieftrauriges, aber nie deprimierendes Buch, ein literarisches Vergissmeinnicht voll aufrichtiger Liebe". Über die restlos ausverkaufte Lesung am 23. März im Schauspiel Frankfurt berichtet die FAZ. Dabei sagte Hustvedt, sie habe es doch ein bisschen geschafft, den jahrzehntelangen Dialog mit Paul Auster weiterzuführen, "und auf diese Weise habe ich ihn zurückgeholt". So sei "Ghost Stories" für sie weit mehr als ein Trauerbewältigungsbuch. In der zweiten Woche in unseren Belletristik-Charts Hardcover klettert der Titel auf Platz 1 (Vorwoche: 3).

Fitzeks Ausflug ins Horror-Genre

Im Vorfeld hatten die Medien schon viel berichtet über Sebastian Fitzeks ersten Horror-Thriller, als Co-Autor von Annika Strauss' "REM" (Droemer TB.; ET: 19. März). Und das Duo hat sofort Erfolg: Der Titel beginnt auf Platz 1 der Taschenbuch-Liste Belletristik. Träume spielen eine wichtige Rolle in "REM". Im Mittelpunkt steht Alysee, deren Vater bestialisch ermordet wurde, als sie als Vierjährige entgegen seiner dringlichen Bitte einschlief. Jahre später erfährt sie, dass ihr Vater ihr etwas vererbt hat, was das Geheimnis seines Todes lüften könnte. Sie tritt das Erbe an und lernt schnell, dass das grauenhafte Sterben erst seinen Anfang genommen hat ...

"Gemeinsam haben die beiden Genres den Aspekt das Gefühl der Angst, nicht zwischen Wirklichkeit und Irrealität unterscheiden zu können", vergleicht Fitzek Psychothriller und Horror-Thriller in einem Interview auf der Droemer-Website. "Im Horror kommt das übersinnliche Element hinzu. Also der Umstand, dass der Wahnsinn real sein kann." Nur ein Ausflug von Fitzek, oder plant das Duo weitere Titel?

Neues von vertrauten Heldinnen

"Erzähl mir alles" (Luchterhand; ET: 18. März; Ü: Sabine Roth) heißt der neue Roman von US-Autorin und Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout. Darin kehrt sie in die ihrer Leserschaft vertraute Kleinstadt Crosby in Maine zurück, zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Auch Lucy Bartons Ex-Mann William mischt wieder mit. Hier sind die beiden in einem abgelegenen Haus am Meer in Crosby zusammengezogen. Ein beschauliche Ruhe. Unterbrochen von Lucys Spaziergängen mit Bob Burgess. Doch dann verschwindet eine alte Frau spurlos. Und die 90-jährige Olive Kitteridge, pensionierte Mathematiklehrerin, lebt jetzt in einem Altersheim am Stadtrand. Die beiden Frauen freunden sich vorsichtig an. Strout holt mit "Erzähl mir alles" auf Anhieb den zweiten Platz bei der Belletristik Hardcover.

Altern begreife Strout in "Erzähl mir alles" nicht als Reifeprozess, sondern als eine andere Form des Denkens, in der sich die Perspektiven verschieben, beginnt die Rezension in der FAZ.

Auftakt einer Fanasty-Dilogie

Nina Schilling (ihr Instagram-Account) legt mit "When Shadows Darken the Sun" (LYX; ET: 17. März) den ersten Band ihres "The Day and Night Duets" vor. Zum Start gibt es eine limitierte Auflage mit Farbschnitt und transparentem Umschlag. Zum Inhalt schreibt der Klappentext: "Seit Generationen treten die Erben des Tag- und Nachthofes in einem magischen Turnier gegeneinander an, um die Herrschaft über den Dritten Hof zu entscheiden. Von klein auf hat Nox als Thronfolger des Nachthofs daher nur ein Ziel: die Prinzessin des Taghofs zu besiegen. Als er auf Cass trifft, die Zofe seiner Kontrahentin, gerät sein Fokus jedoch ins Wanken. Obwohl sie eigentlich Erzfeinde sein sollten, verdreht die hübsche Lichtkriegerin dem Schattenprinzen den Kopf. Und als sie unerwartet zusammenarbeiten müssen, beginnen beide, hinter die Vorurteile ihrer Höfe zu blicken. Doch die Tag-und-Nacht-Spiele rücken immer näher — und dabei steht weit mehr auf dem Spiel als ihre Herzen."

"When Shadows Darken the Sun" startet auf dem Podium, kommt neu auf Platz 3 bei der Belletristik Hardcover. Der zweite Band, "And Midnight Fades to Dawn", wird vom Verlag für den 3. August 2026 angekündigt.

Lesen macht froh

Meike Winnemuth ("Das große Los"; über ihre Weltreise, die sie durch den Gewinn von 500.000 bei "Wer wird Millionär" finanzierte) feiert in ihrem aktuellen Buch "Eine Seite noch. Warum Lesen uns so glücklich macht" (Penguin; ET: 18. März) das Lesen. Es sei kleines Buch über eine große Leidenschaft – Bücher, schreibt sie auf ihrer Website. "Eigentlich ist es wieder eine Reisegeschichte: Einen Sommer lang habe ich mir bei den kleinen Ausflügen und großen Expeditionen, auf die mich die Bücher mitnehmen, auf die Finger geguckt. Herausgekommen ist eine Liebeserklärung: Ich möchte mir meine Liebe erklären und ihr auf die Schliche kommen. Was passiert mir beim Lesen? Wieso macht mich das so froh? Wozu ist das überhaupt gut?" 

Winnemuth steigt neu auf Platz 4 beim Sachbuch Hardcover ein. Die Termine ihrer Lesereise finden sich: hier.

Triple für Ildikó von Kürthy

Bestseller-Autorin Ildikó von Kürthy gelingt mit ihrem neuen Buch "Alt genug" (Ullstein; ET: 26. Februar) "nach zahlreichen Interviews, TV-Auftritten, ausverkauften Buchpremieren in Berlin und Aachen, Fanansturm auf der Leipziger Buchmesse", so Ullstein, nun in Woche 4 das Triple: Ihr Memoir über das Älterwerden steht nur in Deutschland sondern auch in Österreich und der Schweiz auf Platz 1.

... und sonst?

Auf Platz 7 beim Sachbuch Paperback drängelt sich "Jetzt bin ich schon wie meine Eltern" (Hanser; ET: 17. März) von den Psychoanalytikern Cécile Loetz und Jakob Müller neu in die Charts der Kalenderwoche 12/2026. Sie gehen der Frage nach: "Wie Erziehung über Generationen" wirkt. Die beiden führen den Podcast "Rätsel des Unbewußten".

Ehemals links: Im Sammelband "Wenn das Denken die Richtung ändert" (Kohlhammer; ET: 5. März) erklären Ulrike Ackermann, Henryk M. Broder, Mathias Brodkorb, Monika Gruber, Antonia Grunenberg, Hubert Kleinert, Monika Maron, Harald Martenstein, Dieter Nuhr, Andreas Rebers, Samuel Schirmbeck und Peter Schneider "Warum wir nicht mehr links sind" (Untertitel). Erzählen über "Irrtümer und Kurskorrekturen", so der Verlag. Neu auf Platz 14 in der Sachbuch-Liste Hardcover.

"Altern" von Elke Heidenreich ist auch als Taschenbuch ein Hit: Die TB-Ausgabe, die am 17. März bei Hanser erschienen ist, holt sofort Platz 2 in der Sachbuch-Taschenbuchliste. Das Hardcover war im Mai 2024 bei Hanser Berlin in der Reihe "Leben" herausgekommen und erreichte in den Börsenblatt Jahrescharts 2024 Platz 1 und in den Jahrescharts 2025 Platz 2.

Den größten Satz in den Top 25 Belletristik Hardcover macht Lukas Rietzschel mit "Sanditz" (dtv; ET: 12. März): von Rang 23 in der vorigen Woche auf Platz 4. Er breitet ein Panorama von Sanditz, einer ostdeutschen Kleinstadt, und seiner Bewohner aus – vom Ende der DDR bis in die jüngste Gegenwart. Sein Buch wurde ebenfalls im "Literarischen Quartett" (ZDF) vom 13. März vorgestellt. 

Über die Bestsellerlisten:

Die Börsenblatt-Bestsellerlisten basieren auf Verkaufszahlen, die von unserem Kooperationspartner Media Control erhoben werden. Hierzu werden wöchentlich, elektronisch die Verkaufszahlen aus den Warenwirtschaftssystemen von deutschlandweit mehr als 6.550 Verkaufsstellen ausgelesen: Sortimentsbuchhandlungen inklusive eCommerce, Bahnhofsbuchhandel, Kauf- und Warenhäuser sowie Elektro- und Drogeriemärkte. Bezogen auf das Umsatzvolumen bilden die Daten 88 Prozent des gesamten deutschen Buchmarktes ab. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.