Buchkunst im Fokus

Bibliophile trafen sich in Kassel

27. Mai 2026
Redaktion Börsenblatt

Die Gesellschaft der Bibliophilen hat ihre 125. Jahresversammlung in Kassel veranstaltet. Auf dem Programm standen Bibliotheken, Archive und Buchkunst.

Prof. Jürgen Wolf erklärt Klebebücher in der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek

Prof. Jürgen Wolf erklärt Klebebücher in der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek

Treffen in Kassel

Die Gesellschaft der Bibliophilen e.V. hat vom 7. bis 10. Mai ihre 125. Jahresversammlung in Kassel abgehalten, wie aus einer Pressemitteilung der Gesellschaft hervorgeht. Rund 25 Teilnehmende kamen in der documenta-Stadt sowie bei Ausflügen nach Höxter und Bad Arolsen zusammen.

Die 1899 gegründete Vereinigung stellte das Jubiläum in den Kontext ihrer langen Tradition. Tagungsort war Kassel, als Ort beschrieben wird, an dem sich Buchkunst, Museumsbestände und historische Adelsbibliotheken verbinden.

Grimm und Corvey

Der Freitag begann mit einer Führung durch die GRIMMWELT Kassel. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblick in das sprach- und kulturwissenschaftliche Erbe der Brüder Grimm. Die PM nennt unter anderem Grimms Handexemplare der Volksmärchen, die zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehören, sowie die Präsentation der "Zettelwirtschaft" der Brüder.

Am Nachmittag führte das Programm nach Höxter zum UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey. Besichtigt wurde die Fürstliche Bibliothek, eine Privatbibliothek des 19. Jahrhunderts mit rund 74.000 Bänden. Als Bibliothekar wirkte dort Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

In der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek

In der Fürstlich Waldeckschen Hofbibliothek

Archive und Bibliotheken

Am Samstag öffnete das documenta-Archiv seine Türen. Martin Groh (Archiv) und Marlene Theinhardt (Bibliothek) führten durch Lesesaal und Aktenarchiv und präsentierten Rara zu Buchkunst und Künstlerbüchern.

Anschließend reiste die Gruppe nach Bad Arolsen. Dort führten Sina Degenhardt und Prof. Dr. Jürgen Wolf durch die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek. Kerstin Braun und Philipp Wecker stellten die Stiftung Bibliothek Brehm vor. Genannt werden in der Mitteilung unter anderem ein kleines Gebetsbuch von Kaiser Karl V. sowie die Bibliothek des Schweizer Geschäftsmanns und Buchsammlers Adolf Brehm.

Ausblick auf Potsdam

Höhepunkt des Sonntags war der Festvortrag des Buchgestalters Friedrich Forssman im Hof vor dem Antiquariat Jenior. Unter dem Titel "Buch und Schönheit. Ein Dialog mit dem Publikum" unterschied Forssman zwischen dem funktionalen Gebrauchsgegenstand Buch und besonders aufwendig gestalteten Büchern.

Den Abschluss bildete eine Führung von Dr. Bernhard Lauer durch Räume und Garten der Brüder-Grimm-Gesellschaft. Die Organisation des Programms lag bei Sebastian Eichenberg, Antiquar und zweiter Vorsitzender der Gesellschaft der Bibliophilen.

Die nächste Jahresversammlung soll voraussichtlich im Frühjahr 2027 in Potsdam stattfinden. Programm und Anmeldemodalitäten sollen über die Geschäftsstelle und die Webseite der Gesellschaft bekanntgegeben werden.

Gruppenfoto vor Schloss Corvey

Gruppenfoto vor Schloss Corvey