Karin Schmidt-Friderichs schreibt NRW-Buchhändler*innen

"Keiner weiß mehr, was vor Ort gültig ist"

18. Mai 2021
von Börsenblatt

"Erneut erleben Sie nach der Veröffentlichung der Coronaschutzverordnung für Nordrhein-Westfalen ein Durcheinander ungeahnten Ausmaßes", schreibt die Börsenvereins-Vorsteherin an die Buchhändler*innen in NRW. Der Verband werde sich weiter für eine Privilegierung gemäß Bundesinfektionsschutzgesetz einsetzen. Der Brief vom 18. Mai im Wortlaut:

Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins

Liebe Mitglieder in Nordrhein-Westfalen,

die erneute Anpassung der Coronaschutzverordnung vergangenen Mittwoch hat für die meisten von Ihnen nicht die erhoffte Klarheit und Entspannung gebracht, sondern sorgt für weitere Unklarheit und bringt sogar Verschärfungen mit sich.

Der Wechsel von Click & Meet inzidenzunabhängig ohne Test zu Einkaufen ohne Termin aber mit Test und damit Einlasskontrolle bedeutet im Alltag der meisten von Ihnen weniger Besuche, da Sie selten in 1a Lage einer Einkaufsstraße liegen, wo zu erwarten sein könnte, das die Menschen mit einem negativen Test allgemein ihr Einkaufsverhalten wieder aufnehmen, sprich Bummeln gehen.

Die Vielzahl an Fragen und Anrufen, die dazu in der Regionalgeschäftsstelle NRW und bei mir ankommen, machen deutlich, wie belastend vor allem das Hin und Her der Zugangsregelungen, aber eben auch die Unklarheit vor Ort für Sie ist. Erneut erleben Sie nach der Veröffentlichung der Coronaschutzverordnung für Nordrhein-Westfalen ein Durcheinander ungeahnten Ausmaßes – keiner weiß mehr, was vor Ort gültig ist, erst recht nicht Ihre Kund*innen.

Die Regionalgeschäftsstelle NRW und ich persönlich setzen uns weiterhin intensiv in der Politik dafür ein, dass auch in Ihrem Bundesland uneingeschränkt die Privilegierung, die das Bundesinfektionsschutzgesetz für den Buchhandel vorsieht, umgesetzt wird. Juristisch ist die Grundlage dafür geschaffen, das OVG Urteil von Anfang März sollte dem nun nicht mehr im Wege stehen. Ich habe heute einen Brief an Ministerpräsident Armin Laschet geschrieben, in dem ich mich noch einmal auf Basis dessen für eine Öffnung der Buchhandlungen stark gemacht habe.

Seien Sie versichert, dass wir nicht müde werden, den Ministerien in Nordrhein-Westfalen die besondere Situation und auch besondere Bedeutung des Buchhandels deutlich zu machen – suchen auch Sie den Kontakt zu Ihren Abgeordneten vor Ort, denn oft wiegt die persönliche Nähe zusätzlich.

Herzliche Grüße Karin Schmidt-Friderichs Vorsteherin