Neugründungen und Übernahmen

Das Ohr am Markt

30. Juni 2026
Christina Schulte

Die Barsortimente bekommen frühzeitig mit, wenn eine Buchhandlung eine Nachfolge sucht. Auch bei Neugründungen unterstützen sie. Und das in beachtlichem Maß, wie das Beispiel Libri zeigt.

Morgan Boharsky und Christina Fastert-Jandt

Gründungs­beratung durch Libri: Christina Fastert-Jandt (rechts) mit Morgan Boharsky, die die Hamburger Buchhandlung ­Seiten­weise im Januar übernommen hat.

Die Buchhandelslandschaft ist stark im Umbruch. Viele Buchhand­lungen schließen, weil die Inhaberinnen ins Rentenalter kommen und es keine Nachfolgelösung gibt oder weil die wirtschaftliche Situation nicht mehr tragbar ist. Auf der anderen Seite gibt es auch zahlreiche Neugründungen oder Übernahmen, die gut gelingen. Daran haben die Außen­dienstmitarbeiter:innen der Barsortimente einen wichtigen ­Anteil. Christina Fastert-Jandt zum Beispiel, die für Libri in Hamburg, Bremen, im westlichen Niedersachsen und in Ostfriesland unterwegs ist. Der Zwischenbuchhändler Libri hat allein im vergangenen Jahr 29 Neugründungen und 28 Übernahmen von unabhängigen Buchhandlungen begleitet.

Frühzeitige Hinweise

"Wir kennen die Buchhandlungen in unseren Gebieten sehr gut und natürlich auch die Menschen, denen sie gehören und die dort arbeiten", sagt Fastert-Jandt. Man habe das Ohr am Markt und bekomme oft schon frühzeitig mit, wenn die Eigentümerin an den Renteneintritt denke oder aus anderen Gründen aufhören möchte. "Wir fragen dann nach, wie es weitergehen soll, und werden aktiv." Aktiv werden heißt, dass die Liste der Buchhandlungen, die eine Nachfolge suchen, mit potenziellen Interessent:innen aus Gründerworkshops abgeglichen wird oder dass Vernetzungsmöglichkeiten zum Beispiel beim Libri.Campus oder bei digitalen Austauschformaten geschaffen werden. Für die Verkäufer ist die Abgabe ihres Geschäfts meist eine sehr emotionale Angelegenheit und es fällt ihnen nicht leicht, sich von ihrer Buchhandlung zu trennen. Man möchte sein Lebenswerk in gute Hände legen und freut sich, wenn die Nachfolger:innen es mit großer Sensibilität weiterführen.

Mit denjenigen, die sich vorstellen können, eine Buchhandlung zu übernehmen oder zu gründen, führt Fastert-Jandt erst einmal Gespräche über deren Pläne. "Wir reden über ein mögliches Konzept, Angebotsschwerpunkte, den Business­plan, die Ladengestaltung und über technische Fragen wie Systeme, Logistiklösungen oder Einkaufsmodelle." Faster-Jandt hört zu, stellt Fragen. 

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