Als strukturelles Problem beschreibt das Unternehmen in den französischen Medien einen "Scheren-Effekt": steigende Fixkosten – insbesondere Personal, Mieten und Energie – träfen auf sinkende Erlöse und unter Druck geratene Margen im Geschäft mit neuen Büchern.
Mit der Pandemie gingen 2020 bei Gibert die Umsätze zurück. Die Buchhandlung baute das E-Commerce-Geschäft aus, verhandelte die Mieten der Filialen neu und schloss einige Standorte, darunter an der Place Saint-Michel. Dort zog laut Medienberichten in eines der Ladenlokale ein belgisches Burger-Restaurant ein: "Es ist einfach schade zu sehen, wie Burger an die Stelle von Büchern treten", kommentierte der Bürgermeister des 6. Arrondissements in "Le Parisien". Das historische Stammhaus am Quai Saint-Michel Nr. 27 wurde nur dank des Eingreifens des Pariser Rathauses gerettet, das die Räumlichkeiten erwarb. Nach Angaben französischer Zeitungen hatte 2025 das Geschäftsjahr am Standort Poitiers etwa mit einem Verlust von 230.000 Euro geendet, in Lyon mit 166.000 Euro, in Saint‑Germain‑en‑Laye mit 197.000 Euro. Auch in Évreux, Marseille, Dijon, Grenoble und Versailles mussten Defizite verkraftet werden.
Seit April läuft der Betrieb der meisten Filialen der Buchhandlung in einem Sanierungsverfahren, das Anfang Juli bis Ende Oktober verlängert worden ist. Das Pariser Handelsgericht hat den Sanierungsplan bestätigt und will Ende Oktober die finanzielle Lage des Unternehmens erneut prüfen. So können die die Verbindlichkeiten geordnet und die Lohnzahlungen für die Beschäftigten gesichert werden.