Katrin Hörnlein: Es kann natürlich keine Jury alle Neuerscheinungen lesen. Das ist ja auch zum Glück nicht nötig, wenn man allein an die große Zahl von Reihenfortsetzungen in der Kinder- und Jugendliteratur denkt. Wir sichten in der Redaktion mehrere Hundert Titel aus dem Frühjahrs- und dem Herbst-Programm und stellen jeden Monat eine Liste von zehn bis 20 Titel zusammen, über die abgestimmt wird. Als verantwortliche Redakteurin für die Kinder- und Jugendliteratur bei der "Zeit" koordiniere ich diese Arbeit: Ich sichte, was uns in der Redaktion erreicht, beobachte, welche Titel gerade breiter diskutiert werden, sammle Vorschläge von den Verlagen und natürlich auch den Kollegen. Das Lesen und Bewerten läuft dann zum Großteil digital über PDFs und ein Votingtool, wir stellen immer aber auch die gedruckten Bücher zur Verfügung.