Unerwünschte Töchter | ANZEIGE

"Meine Großmutter hat meine Geburt zu verhindern versucht"

7. Mai 2026
TONI HECHT

Vier Frauen, ein Jahrhundert und die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben: Mit "Unerwünschte Töchter" von Miriam Carbe erscheint am 28. Mai 2026 ein mitreißender Generationenroman von außergewöhnlicher emotionaler Sogkraft.

Vier Frauen. Vier Leben. Eine Geschichte.

Wie prägen Familie und Zeitgeschichte unser Leben – und können wir uns dieser Prägung entziehen? In "Unerwünschte Töchter" erzählt Miriam Carbe die Geschichte von vier Frauengenerationen ihrer Familie: Margarethe, Marianne, Monika und Miriam – von der Urgroßmutter bis zur Urenkelin. Sie stammen aus dem Bildungsbürgertum Dresdens, Männer, Väter, Brüder sterben in den Weltkriegen. Die Frauen leben weiter, aber als Monika in den 1960er-Jahren gegen alle Konventionen ein uneheliches schwarzes Kind zur Welt bringt, ist das familiäre Gefüge auf die Probe gestellt. Dieses Kind ist Miriam Carbe, die Autorin selbst.

Miriam Carbe

Miriam Carbe

Zwischen Prägung und Selbstbestimmung

Miriam Carbe ist heute 59 Jahre alt, hat selbst drei Kinder und lebt als Redakteurin in Frankfurt. Zum Schreiben inspiriert wurde sie von den Tagebüchern und Notizen der weiblichen Linie ihrer Familie, die sie mit dem Tod ihrer Mutter erbte und plötzlich in den Händen hielt. Heute stehen die Bücher in ihrem handgefertigten Kirschholzschrank, in Auftrag gegeben von Urgroßmutter Margarethe, von Generation zu Generation weitervererbt.

Ihre biografischen Spuren hat Carbe mit fiktionalen Elementen verwoben, entstanden ist ein mitreißender Generationenroman von außergewöhnlicher emotionaler Sogkraft. Er erzählt von den Umbrüchen eines ganzen Jahrhunderts ebenso wie von den persönlichen Herausforderungen des Lebens als Frau zur jeweiligen Zeit.

Lesen und Schreiben als Zuflucht

Für alle vier Frauen sind Bücher und das Schreiben Möglichkeiten der Zuflucht und Selbstvergewisserung in ungewissen Zeiten. "Unerwünschte Töchter" ist damit auch ein Roman über das Erzählen selbst – über die Kraft von Sprache, Erinnerung und Überlieferung.

Ein Jahrhundert im Spiegel einer Familie

Das Spielen ihrer Urgroßmutter Margarethe im sommerlichen Garten ihrer Kindheit, die erste Liebe der Großmutter Marianne, die psychischen Krisen der Mutter, die eigene Geburt – Carbe erweckt mit viel Empathie und literarischem Feingefühl vergangene Zeiten zum Leben. Sie erzählt von zwei Kriegen, von Nationalsozialismus, Rassismus und Diskriminierung im Nachkriegsdeutschland, von der Teilung Deutschlands – und gleichzeitig von persönlicher Hoffnung und Lebensfreude.

Vier Frauen, die ihrer Zeit voraus sind

Vor allem aber erzählt sie von vier Frauen, die einander tief verbunden sind: Margarethe, Marianne, Monika und Miriam. Sie haben vieles gemeinsam: Alle sind anspruchsvoll, streng und ihrer Zeit voraus. Und: Sie kommen zum Zeitpunkt ihrer Geburt ungelegen, ohne vorherigen Trauschein, haben nicht das gewünschte Geschlecht oder nicht die vorgesehene Hautfarbe. Erfahrungen wie diese prägen über Generationen. Und dennoch ist "Unerwünschte Töchter" vor allem ein Buch über die Kraft familiärer Verbundenheit, über die Liebe von Müttern und Töchtern und den Glauben an die eigene Stärke.

Von Generation zu Generation wird deutlich: Um als Frau in Krisenzeiten den eigenen Weg zu gehen, braucht es diesen Glauben. Und es braucht Mut, Solidarität und gegenseitige Unterstützung – heute wie vor 100 Jahren.

Miriam Carbe ist mit "Unerwünschte Töchter" ein außergewöhnlicher Wurf gelungen. Über dieses Buch wird in diesem Sommer viel gesprochen werden!

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Leseprobe, Video und mehr

Unerwünschte Töchter
Miriam Carbe
26,00 € (DE)
ISBN 978-3-446-28742-6
576 Seiten
ET: 28.05.2026
Hanser