Umfrage im Buchhandel

Was für die Sonntagsöffnung spricht - und was dagegen

10. Juli 2026
Sabine Cronau

Sollten alle Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen? Die Auswertung unserer Leserumfrage zeigt, wie die Branche über die aktuelle Debatte denkt.

Torten-Grafik mit den Ergebnissen der Umfrage

Mehr als die Hälfte sagt Nein zur Sonntagsöffnung: So haben die Leser:innen auf boersenblatt.net abgestimmt.

Gut 160 Börsenblatt Online-Leser:innen haben die Umfrage beantwortet. Der Tenor ist dabei eindeutig:

  • Gut 55 Prozent der Teilnehmenden sind gegen eine generelle Sonntagsöffnung – weil es der einzige Tag ohne Konsum ist (zumindest stationär).
  • Knapp 20 Prozent sagen: Ja, ich bin dabei – bei uns ist in der Innenstadt sonntags immer was los.
  • Rund 25 Prozent geben an, dass sie die Debatte um die Sonntagsöffnung kalt lässt. Andere Geschäfte könnten ruhig öffnen – der eigene Laden aber bleibe in jedem Fall geschlossen, weil das Team eine Pause brauche.

Wir haben die Umfrage-Teilnehmer:innen auch um Kommentare gebeten, falls sie ihre Antwort näher erläutern wollen. Unten einige ausgewählte (anonyme) Stimmen, stellvertretend für ähnliche Einschätzungen:

"Wir müssen neue Wege finden. Buchhandlung mit Café - offen an Sonntagen."

Eine Pro-Stimme aus der Umfrage

Pro Sonntagsöffnung

  • „Wir müssen neue Wege finden. Buchhandlung mit Café - offen an Sonntagen.“
  • "Wir sind hier in der Altstadt in einer nordwestdeutschen Kleinstadt ein touristisches Gebiet und dürfen bis auf Ausnahmen sonntags öffnen. Was wir im Sommer auch gerne tun."
  • "Wir wären gern auch am Sonntag für unsere Kunden da, besonders für z.B. Familien, die während der Woche keine Zeit haben, als einziger Laden in der Straße klingt das allerdings nicht sehr lohnenswert. So bleibt es etwas Besonderes zu Stadtfesten etc."

Das rechnet sich für uns nicht.

Eine Contra-Stimme zur Sonntagsöffnung

Contra Sonntagsöffnung

  • "Viele Leerstände in der Innenstadt sprechen nicht dafür, dass es an der Zeit, sondern am Willen im stationären Handel zu kaufen liegt. Schon die langen Öffnungszeiten führen nicht zu mehr Umsatz, sondern zum ähnlichen Umsatz auf mehr Stunden verteilt."
  • "Der Sonntag ist der einzige Tag in der Woche, wo Chefs und Team mal durchschnaufen können. Wir machen nicht auf, auch nicht an den sogenannten verkaufsoffenen Sonntagen. Das rechnet sich für uns nicht."
  • "Es wäre viel effektiver, für alle Geschäfte eine einheitliche Öffnungszeit anzubieten, z.B. von montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr und samstags von 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Diese Regelung reduziert Personalkosten und sonstige Kosten. Wir haben so viele Beschwerden von Kunden, die darüber klagen, dass der eine Laden auf und der andere Laden geschlossen hat."