Herzlich willkommen zu deinem Buchbranchen-Update. Diese Woche mit Kai-Uwe Vogt. Diese Woche mit folgenden Themen: die Leipziger Buchmesse ist zu Ende gegangen, die Hauptpreise beim Deutschen Buchhandlungspreis wurden vergeben und eine BoD-Umfrage zeigt: Jeder zweite Autor nutzt Künstliche Intelligenz beim Schreiben. Los geht’s.
Die Leipziger Buchmesse ist am Sonntag zu Ende gegangen. Die Besucherzahlen waren gut, zahlreiche Preise wurden vergeben. Das Medieninteresse war selten so groß: Das hat die Branche dem Ausspähskandal beim deutschen Buchhandlungspreis zu verdanken. Während eine Pressesprecherin von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer noch am Freitag vor der Messe dem Börsenblatt mitteilte, der Minister plane alle Termine wahrzunehmen, wurde kurz darauf bekannt, dass Weimer nicht nur den traditionellen Messerundgang gecancelt hatte, auch sein mit Spannung erwarteter Auftritt am Messedonnerstag bei der Deutschen Nationalbibliothek wurde kurzerhand gestrichen.
Am Abend folgte dann die doppelte Rolle rückwärts, der Minister trat überraschenderweise doch auf.
Weimer hatte zunächst angekündigt, den geplanten Erweiterungsbau der DNB stoppen zu wollen. Unterton: die DNB möge sich gefälligst digitaler und zeitgemäßer aufstellen. Nach öffentlicher Kritik ruderte Weimer zurück und kündigte ein Memorandum an. Ansonsten blieb es dann bei einem kurzen Auftritt zur Messe Eröffnung im Gewandhaus. Eine Begegnung mit den rund 100 Demonstrierenden vor dem Gebäude vermied der Minister dabei. Auf der Bühne musste er sich für seine Haltung scharfe Kritik gefallen lassen, aus dem Publikum war neben zurückhaltendem Applaus immer wieder laute Buhrufe zu hören. Weimer verteidigte seine Linie ähnlich wie kurz zuvor im Kulturausschuss, wo er sich hinter der Geheimhaltung des Verfassungsschutzes und betonte, er habe selbst keine Ahnung, über welche konkreten Erkenntnisse der Verfassungsschutz gegen die ausgeschlossenen Buchhandlungen verfügen soll. Börsenvereinsvorsteher Sebastian Guggolz ist dies zu wenig, wie er gegenüber der Tagesschau betonte. Er forderte erneut Aufklärung statt Phrasen.