Francesca Canu: Die kurze Antwort: Ja, aber mit einer klaren Rollendefinition. KI ist Recherche-Beschleuniger:in und Muster-Erkenner:in, keine Trendforscher:in.
Der große Vorteil ist ja: KI kann uns dabei helfen, sehr große Datenmengen in sehr kurzer Zeit zu sichten. Das ist für Trendforschung essentiell – je mehr (gute) Daten und Datenquellen wir einbeziehen, umso aussagekräftiger die Hypothesen, die wir aufstellen.
Und: KI kann erste Denkanstöße geben, was gesellschaftliche, technologische oder politische Veränderungen für einen Markt, eine Branche oder ein Produkt bedeuten können. Aber: Das heißt nicht, dass wir nur noch KI nutzen oder automatisch mit KI zu besseren Ergebnissen kommen.
Fakt ist nämlich auch: KI halluziniert, KI zieht nicht immer korrekte Schlüsse und viele KI-Modelle arbeiten auf Basis von Trainingsdaten mit einem festen Wissensstand ohne tagesaktuelle Entwicklungen einzubeziehen. Für qualitativ gute Ergebnisse brauchen wir immer den "Human in the Loop".
Wir nutzen KI zum Beispiel ganz gezielt: Verschiedene Tools haben verschiedene Stärken. Diese verknüpfen wir, um klassische Trend Scouting-Methoden zu ergänzen, z. B. in der systematischen Analyse großer Datenmengen oder der Recherche fremdsprachiger Quellen.
Und: Auch der Einsatz von KI-Agenten wird für uns zunehmend spannend – auch wenn sich hier vieles noch im Aufbau befindet. Die finale Verknüpfung des Outputs und auch die Einordnung rund um die Frage "Was bedeutet das jetzt eigentlich?" liegt aber immer noch beim Menschen.