Digitale Hörbücher wachsen seit Jahren vor allem über Streaming. Im stationären Buchhandel haben sie es dagegen schwerer. Früher standen auch CDs im Regal, heute ist das Hörbuch oft unsichtbar – irgendwo zwischen App, Abo und Algorithmus.
Genau diese Lücke will Hörbuch Hamburg jetzt gemeinsam mit Thalia ein Stück weit schließen. Der Verlag schickt dafür die sogenannte Hörlampe auf Tour: eine mobile Hörstation, die digitale Hörbücher im Laden wieder physisch erlebbar machen soll. Optisch erinnert sie laut Bildmaterial ein bisschen an eine Dusche – nur dass man darunter nicht sauberer wird, sondern im besten Fall neugierig auf den nächsten Hörbuchtitel.
Interessierte können per Einhandhörer oder Lautsprecher in Hörproben aus dem Programm von Hörbuch Hamburg reinhören. Technisch soll die Station unkompliziert sein: Nach Angaben des Verlags braucht sie nur einen Stromanschluss. Der Lampenschirm ist austauschbar, das Bedienelement höhenverstellbar. Eine eigens entwickelte Software soll es möglich machen, Hörproben flexibel zu wechseln und auszuwerten, welche Titel besonders oft angespielt werden.
Zum Auftakt steht die Hörlampe bei Thalia in Düsseldorf an der Königsallee. Danach wandert die Station weiter: ab Ende Juni nach Köln am Neumarkt, im August nach Leipzig an die Grimmaische Straße, im September nach Berlin ins Alexa – und im Oktober auf die Frankfurter Buchmesse an den Stand von Hörbuch Hamburg.
Für die Buchbranche ist das ein kleines, aber sehr konkretes Experiment: Wie bekommt man ein digitales Produkt wieder in den Ladenraum? Thalia ist mit Streaming-Angeboten längst Teil des digitalen Hörbuchmarkts. Die Hörlampe versucht nun, das Hören trotzdem dorthin zurückzuholen, wo Kund:innen noch stöbern, stehen bleiben und spontan entdecken können.