Möllers’ Anliegen ist deshalb nicht das Verbot, sondern das Gespräch. "Ich finde, wir müssen darüber mit Kindern und Jugendlichen sprechen", sagt sie. Ein Buch könne dafür ein besonders geeigneter Weg sein, weil es Erfahrungen sichtbar mache, über die Jugendliche sonst kaum direkt sprechen würden. Lea schämt sich im Roman für ihre Gefühle, zieht sich zurück und gerät in einen Gewissenskonflikt. Erst eine Unterbrechung zwingt sie zur Auseinandersetzung.
Der wichtigste Punkt liegt für Möllers in der Grenze: Chatbots funktionieren auf Grundlage von Wahrscheinlichkeiten, sie verstehen nicht, was Nutzer:innen ihnen sagen, und sie verstehen auch nicht, was sie selbst antworten. Wenn es um große Sorgen, schwierige Entscheidungen oder echte Krisen geht, reiche ein Chatbot nicht. Dann müsse ein Mensch mit ins Boot.
Möllers testete für ihre Recherche Grenzen aus, auf angebliche Schutzmechanismen war dabei kein Verlass. Keine Kontrolle, keine Warnung, trotz zahlreicher Hinweise, die sie dem KI-Bot präsentierte ("meine Eltern wollen nicht, dass …", oder: "ich trinke noch keinen Kaffee … "). Was sie sonst erlebt hat, berichtet sie im Gespräch in der Kinderbuchpraxis.