Die Palette der Werbemittel in der Buchbranche ist breit: Weil Buchkäufer:innen hybrid sind und sich analog und digital über Bücher informieren, muss es viele verschiedene Touchpoints im Rahmen der Customer Journey geben, machte Susanne Starnes von Penguin Random House deutlich. Das reiche von klassischen Leseproben über Aufsteller bis hin zu vorgefertigten Social-Media-Posts. Um im analogen Bereich den Materialaufwand möglichst gering zu halten, werden Werbemittel bei Penguin Random House on demand gedruckt, wenn Buchhandlungen sie einsetzen wollen. Bei den Vorschauen habe es durch VLB-TIX branchenweit ohnehin schon sehr deutliche Rückgänge gegeben, so Starnes.
Martin Riethmüller, der für den Buchhandel sprach, betonte, dass auch die Werbematerialien, die Buchhändlerinnen erstellen, z. B. in Form von Buchtipps, eine wichtige Rolle spielen. "Diese funktionieren sehr gut, weil sie Vertrauen schaffen und Persönlichkeit zeigen." Bei Osiander konzentriere man sich auf Werbemittel, die zur eigenen Corporate Identity passen. Wichtig ist für Riethmüller auch, dass die Verweildauer in den Läden durch die Werbemittel erhöht wird. Als Beispiel nannte er das Aufstellen einer Fotobox.
Ben Höfer von der P.Ad. Werbeagentur betonte, dass bei Werbung vor allem Entertainment und Information wichtig seien. "Hier sind Bücher klar im Vorteil gegenüber anderen Produkten, denn der Content ist schon da." Darüber hinaus könne man beispielsweise in Kollaborationen denken und Werbemittel gemeinsam mit Autoren, die teils große Marken seien, gestalten.
Handelsexperte Sören Ott vom Shopper Express unterstrich, dass bei Werbung differenziert werden muss zwischen Information, Aktivierung und Inspiration. Aus seiner Sicht fehlt der Branche der Mut für größere Veränderungen. Ben Höfer meinte, dass man einfach mal Dinge weglassen sollte, wie es z. B. Ikea mit seinem Katalog gemacht hat, den es seit 2020 nicht mehr gibt. Martin Riethmüller hatte das Gegenbeispiel parat: "Der Osiander-Katalog wurde auf Kundenwunsch wiederbelebt und bei jeder Auflagenplanung müssen wir höher gehen."