Gekommen waren zum Feiern und Flagge zeigen nicht nur Buchhändlerinnen und Buchhändler, sondern ebenso Verlagsvertreterinnen, Autoren und Autorinnen und Verlegerinnen und Verleger. "Das Wort mag nicht mehr besonders populär sein", sagte Wunderhorn-Verleger Manfred Metzner, "aber was wir hier machen, ist ein Akt der Solidarität". Metzner ist mit seinem Freund Thedel von Wallmoden quer durch die Republik zu den Orten der Preisverleihungen gereist – nach Frankfurt/Oder, Heidelberg oder Hannover. "Wir sind hier, weil die Buchmesse eigentlich eine der schönsten Gelegenheiten ist, gut gelaunte Buchhändlerinnen und Buchhändler zu treffen", so von Wallmoden. "Das heutige Treffen hat allerdings Symbolcharakter. Wir sind da, obwohl die Veranstaltung abgesagt wurde – wir missbilligen den Grund dieser Absage." Verleger wie Metzner und von Wallmoden sind nicht die, die Großdemos organisieren und in Trillerpfeifen tröten – sie greifen eher zu Computer und Telefon, um Netzwerke zu aktivieren. In Göttingen etwa hat der Stadtrat letzte Woche eine Resolution in Sachen Buchhandlungspreis verabschiedet, in der er sich einstimmig mit dem Buchladen Rote Straße solidarisiert. Die Entscheidung Weimers stelle nach Ansicht des Rates einen "außergewöhnlichen Eingriff in das Verfahren des Preises" dar, das bislang von der Unabhängigkeit der Jury geprägt war. Der Rat sehe mit Sorge, dass damit eine kulturelle Institution Göttingens öffentlich in einen politischen Kontext gestellt wird, ohne dass die zugrundeliegenden Vorwürfe transparent gemacht wurden. Göttingen, so scheint es, ist in diesen Tagen fast überall.