Zum Jubiläum entsteht ein weit verzweigtes Programm. In München wird in der Internationalen Jugendbibliothek der Krüss-Turm neu kuratiert; dort soll ein kleines Museum eröffnet werden. Dazu kommen ein Dinner "in Form von James Krüss", Lesungen und ein Familienfest. Auch persönliche Verbindungen werden sichtbar: Krüss’ Lebenspartner Dario wird erwartet, ebenso eine Ziehtochter, die Krüss und Dario auf Gran Canaria unter ihre Fittiche genommen hatten.
Auf Helgoland, der biografisch und literarisch zentralen Insel, ist ebenfalls viel geplant: eine Krüss-Meile über die Insel, Kamishibai-Aktionen, Mitmachbücher für Kinder auf der Fähre und eine Rallye bis zum Museum. Als besonders plastisches Detail nennt Schuldes eine Kinderoper: "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen wird auf Helgoland aufgeführt am 31. in der Nordseehalle auf Helgoland." Zugleich erscheint bei Atrium eine neue Familienlese-Ausgabe von "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen", illustriert von Jutta Bauer.
Der Blick auf Krüss bleibt dabei nicht beim Heiteren stehen. Schuldes verweist auch auf ein von Oetinger wiederentdecktes, bisher unveröffentlichtes Werk, "Die Haiteks oder Was kostet die Welt": ein kurzer, gesellschaftskritischer Text, in dem Krüss die Entwicklung der Zivilisation mit Sorge betrachtet. Zwischen "James' Tierleben", neu illustriert von Johanna Mücke, "Der wohltemperierte Leierkasten", "Henri-Jette-Sausebahn" und Inselrallye steht so am Ende ein Autor, der die Welt nicht verniedlichte – sondern ihr mit Sprachspiel, Witz und Wachsamkeit begegnete.