Frankfurter Buchmesse ohne Halle 6

Juergen Boos: „Keine Nachteile für Aussteller“

8. Juli 2026
Sabine van Endert

Soeben wurden die betroffenen Aussteller informiert: Die Frankfurter Buchmesse muss wegen baulicher Prüfungen in diesem Jahr ohne die Halle 6 auskommen. „Wir werden hier lösungsorientiert arbeiten und darauf achten, dass unseren Ausstellern keine Nachteile entstehen“, sagt Messedirektor Juergen Boos. Was sich am Hallenlayout verändert.

Juergen Boos bei der Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse 2024

Juergen Boos

Halle 6 der Messe Frankfurt ist seit 1963 in Betrieb, bei der Frankfurter Buchmesse ist sie traditionell der Standort für die internationalen Verlage. Abschließende Ergebnisse der baulichen Prüfung lägen noch nicht vor, es sei jedoch wahrscheinlich, dass die Halle auf ihren drei Ebenen nicht für die Frankfurter Buchmesse 2026 genutzt werden könne, heißt es in dem Schreiben der Buchmesse an ihre Kunden. „Uns wurde in dem Zusammenhang mitgeteilt, dass die Halle in diesem Jahr, wenn überhaupt, nur in Teilen genutzt werden könne. Auf dieser Grundlage planen wir 2026 ohne Halle 6 und passen das Hallenlayout an“, erläutert Juergen Boos dem Börsenblatt. Die Frankfurter Buchmesse setze dabei „die Sicherheit und verlässliche Planung für unsere Aussteller und Besucher:innen an erste Stelle“, so Boos weiter.

Das Messekonzept ohne Halle 6

Folgende Änderungen sind für die Frankfurter Buchmesse 2026 geplant:

  • Die internationalen Aussteller in den Hallen 6.1 und 6.2 ziehen in die zentrale Halle 4.2.
  • Das Comics Business Centre und die Workstation aus Halle 6.2 ziehen in Halle 3.1
  • Das Literary Agents & Scouts Centre sowie das Publishers Rights Centre ziehen von der Halle 4.2 in Halle 1.2 unmittelbar am Eingang City.
  • Die Aussteller der Halle 6.0 ziehen in die Festhalle.
  • Das Meet-the-Author-Areal zieht von der Festhalle zurück auf die Agora – die Freifläche im Mittelpunkt des Messegeländes.

Die B2B-Aussteller aus Halle 6 würden mit dem Umzug in Halle 4.2 „ins Zentrum der Geschäftsmesse ziehen“, erläutert Boos. Der Umzug des LitAg und des Publishers Rights Centre von Halle 4.2 in Halle 1.2 habe zwei Vorteile: „schnelle Erreichbarkeit unmittelbar am Eingang City und eine sehr angenehme Atmosphäre durch das Tageslicht in dieser Halle“. Aussteller, die ursprünglich in Halle 6.0 angesiedelt waren, würden „eine gleichwertige Alternative“ in der Festhalle finden.

Keine Nachteile

Die von den Umplatzierungen betroffenen deutschen und internationalen Aussteller wurden heute über das neue Szenario informiert; die neuen Stand- bzw. Tischnummern sollen innerhalb der nächsten 10 Tage mittgeteilt werden. Juergen Boos: „Wir wissen, dass Umplanungen Aufwand auslösen können. Wir prüfen mögliche Mehrkosten und klären das direkt mit den betroffenen Ausstellern.“ Man werde hier lösungsorientiert arbeiten und darauf achten, dass „unseren Ausstellern keine Nachteile entstehen". 

Neues Hallenkonzept 2026

Grundlegende Veränderungen auf dem Messegelände hätte es auch ohne den jetzt notwendigen Auszug aus Halle 6 gegeben. Denn die Frankfurter Buchmesse geht in diesem Jahr ohnehin mit einem ganz neuen Hallenkonzept an den Start. Aussteller mit großem Publikumsverkehr belegen die unteren Hallenebenen, B2B zieht nach oben – das ist dabei die Leitlinie. Für die Neuordnung habe es nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten viel Zuspruch gegeben, berichtet Juergen Boos: „2026 soll eine Messe sein, die sich im Alltag der Branche bewährt. Wir sortieren klarer, wir verkürzen Wege, wir machen Entscheidungen einfacher. Das neue Hallenkonzept soll dafür sorgen, dass die Messe besser lesbar ist – für Fachbesucher:innen genauso wie für das Publikum. Und es soll den Takt erleichtern, in dem in Frankfurt gearbeitet wird.“