Kritiker, Autor, Herausgeber

Günther Rühle ist tot

10. Dezember 2021
von Börsenblatt

Im Alter von 97 Jahren ist Günther Rühle, einer der großen Theaterkritiker des 20. Jahrhunderts und früherer Feuilletonchef der "F.A.Z." und des "Tagesspiegel", gestorben.

Günther Rühle, Still der Videoarbeot "Zoon Politikon" von Jonas Englert

Rühle war zudem Intendant des Frankfurter Schauspiels.. 2007 erschien bei S. Fischer der erste Band von "Theater in Deutschland", der die Zeitspanne 1887 bis 1945 darstellt. 2014 folgte der zweite Band, der die Jahre von 1945 bis 1966 behandelt. Ein dritter Band wird erscheinen, von Hermann Beil und Stephan Dörschel auf Bitte von Günther Rühle vollendet. Außerdem war Günther Rühle Präsident der Alfred-Kerr-Stiftung und Hauptherausgeber der Werke von Alfred Kerr im S. Fischer Verlag.  Im Alexander Verlag sind im September dieses Jahres die Selbstreflexionen "Ein alter Mann wird älter. Ein merkwürdiges Tagebuch" erschienen.

"Mit Günther Rühle verlieren wir alle viel – einen wortmächtigen, kenntnisreichen und vielseitigen Kritiker, Autor, Herausgeber, der uns in seinen späten Jahren mit einer ungeheuer anschaulichen und farbigen Geschichte des Theaters in Deutschland beschenkt hat", sagt Siv Bublitz, Verlegerische Geschäftsführerin der S. Fischer Verlage. "Wir verlieren den engagierten Herausgeber der Werke Alfred Kerrs. Und nicht zuletzt – wir verlieren einen Menschen, der unserem Verlag immer nah war. Und unserer 2019 verstorbenen Verlegerin Monika Schoeller ein enger Freund."

Günther Rühle im Projekt "Zoon Politokon": Die Langzeitvideoarbeit gibt die autobiografischen Perspektiven von Persönlichkeiten wider, die den Komplex "Polis" erfahrbar machen.