Literaturfestival

Literatur am Dom: Nummer 5 kommt

26. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Durch das Programm führen Bettina Böttinger, Sabine Küchler und Denis Scheck: Vom 25. bis 28. Juni 2026 findet die fünfte Auflage von "Literatur am Dom" statt, am Altenberger Dom im Bergischen Land. Das wird geboten.

Logo von Literatur am Dom

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Bereits zum fünften Mal findet "Literatur am Dom – Literatur Live!" statt. Auch dieses Jahr bringen Denis Scheck und Karin Graf wieder Weltliteratur an einem der romantischsten Orte Deutschlands: Der Altenberger Dom, mitten im Bergischen Land vor den Toren Kölns, ist die Heimat des Literaturfestivals. Durch das Programm führen Bettina Böttinger, Sabine Küchler und Denis Scheck.

Die Eröffnungslesung am Donnerstagabend führt zunächst in das nahegelegene Wuppertal: Hanns-Josef Ortheil nimmt das Publikum mit "Schwebebahnen" (Luchterhand) mit in eine Kindheit in den 1950er-Jahren und die Erfahrungswelt eines begabten Jungen im damaligen Westdeutschland.

Den Dingen in der Schwebe im Zentrum des Romans wird am Freitag noch einmal beim Lesedinner mit Hanns-Josef Ortheil nachgespürt. Der Freitagabend beginnt mit Anja Kampmann und einem Blick in die noch weiter zurückliegende deutsche Vergangenheit. Ihr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierte Roman "Die Wut ist ein heller Stern" (Hanser) erzählt den aufsteigenden Faschismus der in den 1930er-Jahren aus der Sicht einer Varietétänzerin. Ein tierisches Abenteuer formt den Abschluss des Leseabends: Leonie Swann kehrt mit "Widdersehen" (DuMont Buchverlag) zurück ins vertraute Glennkill, wo Schafe Kriminalfälle aufklären und eine Herde ihre verschollene Hirtin rettet.

Alltag in der ehemaligen DDR

Am Samstag tritt die Erkundung der Vergangenheit über die ehemalige innerdeutsche Grenze. Am Nachmittag liest DDR-Chronist Christoph Hein aus "Das Narrenschiff" (Suhrkamp), in dem er Geschichte intim erfahrbar macht und Machtwirkung des Regimes in den zwischenmenschlichen Beziehungen nachvollzieht. Mit Helga Schubert bleibt das Festival am Samstagabend beim Alltag in der DDR, geprägt von Sehnsucht und Fernweh, Aufbruch und Abschied, von Diktatur und innerer Freiheit, lakonisch erzählt in ihren in "Luft zum Leben" (dtv) gesammelten Geschichten.

Kristof Magnussons neuer Roman, mit dem der Festivalsonntag beginnt, greift die Idee der literarischen Zeitreise auf: In "Die Reise ans Ende der Geschichte" (Klett-Cotta) wird ein Dichter am Anfang der 1990er Jahre zum Spion und nimmt das Publikum mit in eine Zeit voller Optimismus und politischer Weichenstellungen, die bis heute nachwirken. Nora Gomringer begibt sich mit ihrem Roman "Am Meerschwein übt das Kind den Tod" (Voland & Quist) auf eine innere Expedition hin zu ihrer 2020 verstorbenen Mutter. Zum Festivalabschluss macht Nino Haratischwili einen Abstecher ins Georgien der 1980er-Jahre: "Das mangelnde Licht" (Frankfurter Verlagsanstalt) erzählt von historischer und sexualisierter Gewalt, aber auch von Freundschaft und Leichtigkeit im Leben der vier Frauen, die sie gemeinsam erleben und erinnern.

Zu "Literatur am Dom"

Seit 2022 kuratieren die Literaturagentin, Übersetzerin und Unternehmerin Karin Graf und der Literaturkritiker, Journalist und Moderator Denis Scheck jährlich das Literaturfestival im Städtedreieck zwischen Köln, Leverkusen und Düsseldorf: "Literatur ist nach Albert Camus die Lüge, mit der wir uns die Wahrheit sagen. Auch in diesem Jahr laden wir alle Leserinnen und Leser ein, in Altenberg jene Wahrheiten der Literatur zu erfahren, wie sie nicht in der Zeitung stehen", so Denis Scheck.

Auch Karin Graf betont die Vermittlerrolle der Literatur, die die Romane in dieser Festivalausgabe in besonders starker Weise ausfüllen: "Von der Schwebebahn zu den Sternen, vom Wasser zur Luft führt uns das Festival dieses Jahr. Das ist die Hauptfreude für mich, dass das Programm von Literatur am Dom dem Publikum jedes Jahr eine veritable Abenteuerreise bietet. Zum Glück nicht ganz so gefährlich wie die in Kristof Magnussons Roman 'Die Reise ans Ende der Geschichte', denn wir bewegen uns, sicher geleitet von den Autoren und Autorinnen, in den Gefilden der Imagination und laden Sie herzlich ein, uns zu begleiten."

Das Festival steht unter der Schirmherrschaft von Ina Brandes MdL, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.