Frankfurter Literaturfestival

literaTurm 2026: "OstWestText" lautet das Motto

15. Mai 2026
Redaktion Börsenblatt

Das mittlerweile 13. Literaturfestival der Stadt Frankfurt am Main findet von 8. bis 14. Juni statt. Mit seinen Lesungen in Hochhäusern ist literaTurm einzigartig und bietet spektakuläre Ein- und Ausblicke. Behandelt wird diesmal das Thema Ost-West unter verschiedenen Aspekten. Diese Gäste kommen.

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig und Festival- und Programmleiterin Sonja Vandenrath stellten das Programm vor

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig (links) und Festival- und Programmleiterin Sonja Vandenrath stellten das Programm vor

Dabei setzt literaTurm immer wieder einen neuen programmatischen Schwerpunkt. In diesem Jahr steht das Literaturfestival unter dem Motto "OstWestText" und nimmt die DDR als Romanstoff sowie die literarische Verhandlung der Wiedervereinigung in den Fokus, so die Ankündigung. 

Vom 8. bis 14. Juni veranstaltet die Stadt Frankfurt zum mittlerweile dreizehnten Mal literaTurm. In diesem Jahr widmet sich das kuratierte städtische Literaturfestival der literarischen Verhandlung der DDR und Ostdeutschlands. Auch knapp vierzig Jahre nach der Wende haben die Ost-West-Debatten nicht an Aktualität verloren. Noch heute seien die deutsch-deutschen Gräben und die Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern spürbar. Vor den diesjährigen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg Vorpommern gewännen diese Eindrücke an Brisanz.

Auch die Literatur habe ein ungebrochenes Interesse an dem Sujet. So will literaTurm als diskursives Festival diesen Phänomenen nachspüren und stellt in Panels Sachbücher und belletristische Werke zum Thema vor. Insgesamt sind 25 Veranstaltungen mit knapp 80 Beteiligten und 51 deutschsprachigen und internationalen Schriftsteller:innen, Wissenschaftler:innen und Publizist:innen geplant.

Es geht wieder in luftige Höhen

Auch in 2026 findet literaTurm wieder vornehmlich in oberen Etagen von Frankfurter Hochhäusern statt. Dort stellen Kanzleien und Banken ihre Konferenzräume zur exklusiven Nutzung zur Verfügung.

Kooperationsveranstaltungen mit der Romanfabrik, der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, dem Literaturhaus Frankfurt, dem S. Fischer Verlag, dem Kollektiv DiasporaOst, dem Haus am Dom, Kultur & Bahn e. V. und mit Tschechien, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026 runden das Programm ab.

"Eine wesentlich europäische Dimension"

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig sagte auf der Pressekonferenz zum Programm: "literaTurm widmet sich in diesem Jahr dem Thema Ost-West in Literatur und Sachbuch. Dass sich auch jüngere Autorinnen und Autoren, die die DDR nicht mehr erlebten, in ihrer Prosa mit Ostdeutschland und den Prägungen durch die schwierige Transformationszeit beschäftigen, zeigt das eindrucksvolle Programm. Ich freue mich persönlich besonders auf die Eröffnung mit Jana Hensel, Ursula Krechel und Steffen Mau sowie die Veranstaltung mit Péter Nádas, die zeigen wird, dass die Debatte eine wesentlich europäische Dimension hat."

Ein Bücherturm vor dem Plakat des Festivals

Bücherturm

Diese Gäste kommen

Bei literaTurm sind zahlreiche renommierte deutschsprachige und internationale Schriftsteller:innen, Wissenschaftler:innen und Publizist:innen vertreten. Zur Eröffnung diskutieren in der Volksbühne die Journalistin Jana Hensel, die Schriftstellerin Ursula Krechel und der Soziologe Steffen Mau. Den Abschluss bildet eine Matinee im Haus am Dom zu Tschechien, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026 mit den Autor:innen Iva Procházková, Marek Torčík und Uwe Kolbe.

Bei weiteren Veranstaltungen und Lesungen nehmen bekannte Gäste wie Christoph Hein, Péter Nádas, Feridun Zaimoglu, Dirk Oschmann, Ingo Schulze, Ilko-Sascha Kowalczuk, Lukas Rietzschel, Peter Neumann, Katja Lange-Müller, Clemens Meyer, Hendrik Bolz, Manja Präkels, Helene Bukowski, Kiran Desai und viele mehr teil.

Sonja Vandenrath als Festival- und Programmleiterin ergänzt: "Jüngst erschienene Romane erzählen von Lebenswegen zu DDR-Zeiten, den Umbruch von 1989/90 und die Folgen der deutschen Wiedervereinigung. Es geht um Prägungen und Brüche, die bis heute nach wirken. Hier formt sich die Ambivalenz, die Literatur dem medialen Blick entgegensetzt. Die Veranstaltungen von literaTurm 2026 bringen Autor:innen aller Generationen zusammen, die das Thema Ost-West unter verschiedenen Aspekten, vom Stadt-Land-Gefälle bis hin zur Situation von Frauen vor und nach der Wende, diskutieren. Als Diskursfestival bilden Sachbücher und Essays einen integralen Bestandteil des Programms."

Tickets sind ab sofort im Vorverkauf auf www.literaturm.de sowie beim Ticketanbieter Frankfurt Ticket RheinMain erhältlich oder können an der Abendkasse erworben werden, sofern es Restbestände gibt. Ausnahmen sind im Programm ausgewiesen.