Péter Nádas ist tot
Péter Nádas ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Mit seinen großen Romanen prägte der ungarische Autor die Literatur über das 20. Jahrhundert und das kommunistische Ungarn.
Péter Nádas
Péter Nádas ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Mit seinen großen Romanen prägte der ungarische Autor die Literatur über das 20. Jahrhundert und das kommunistische Ungarn.
Péter Nádas
Wie seine Agentin am Mittwoch mitteilte, ist der ungarische Dramatiker und Romanautor Péter Nádas am 26. August im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Gombosszeg gestorben. Er gehörte zu den bedeutendsten zeitgenössischen ungarischen Schriftstellern. Für sein Werk erhielt er mehrere internationale Auszeichnungen, darunter den Leipziger Buchpreis und den Orden "Pour le Mérite". Seit 2006 war Nádas Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.
Nádas' Literatur beschäftigte sich vor allem mit der Geschichte und Gegenwart des kommunistischen Ungarn. Die Veröffentlichung von "Ende eines Familienromans" wurde in Ungarn über mehrere Jahre von der Zensur verhindert; das Buch erschien schließlich 1977. Seine Romane kreisten um die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, um politische Systeme und deren Folgen für den Einzelnen.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Buch der Erinnerung" und "Parallelgeschichten". Das "Buch der Erinnerung" entstand über fast zwölf Jahre und umfasst in der deutschen Ausgabe 1300 Seiten. Mit dem Roman gelang Nádas der literarische Durchbruch im deutschen Sprachraum. An "Parallelgeschichten" (Rowohlt) arbeitete er 17 Jahre; die deutsche Fassung umfasst 1700 Seiten. In dem Roman verwebt er Personen, Motive und Ereignisse über verschiedene Zeiten und Schauplätze hinweg. Ein weiteres großes Werk ist "Aufleuchtende Details".
Péter Nádas wurde am 14. Oktober 1942 in Budapest geboren. Den Holocaust überlebte er mit seiner Familie in Verstecken und mit falschen Papieren. Von 1965 bis 1969 arbeitete er bei verschiedenen Zeitungen, danach als freier Schriftsteller. Seit 1984 lebte er zurückgezogen in Gombosszeg, wo er mit seiner Ehefrau Magda Šalamon in einem traditionellen Bauernhaus wohnte.
Nádas schrieb in großen zeitlichen Dimensionen und mit genauer Beobachtung der politischen und menschlichen Verhältnisse. Seine Werke machten die Brüche und Nachwirkungen der europäischen Geschichte in einer weit ausgreifenden Prosa sichtbar. Nun ist der Autor im Alter von 83 Jahren gestorben.