Auszeichnung

Brückepreis an tschechischen Autor Jaroslav Rudiš

8. Juli 2026
Redaktion Börsenblatt

Seine Wer­ke seien "vol­ler sanf­ter Iro­nie, tie­fem Hu­ma­nis­mus und fei­nem Hu­mor": Der tschechische Schriftseller Ja­ros­lav Ru­diš erhält den Internationalen Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec 2026. 

In der Begründung der Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec 2026 an den Schriftsteller Jaroslav Rudiš heißt es: "Ja­ros­lav Ru­diš ist ein tsche­chi­scher Schrift­stel­ler, Dra­ma­ti­ker, Co­mic- und Dreh­buch­au­tor mit Le­bens­mit­tel­punk­ten in Lom­nice nad Po­pelk­ou und Ber­lin, der in tsche­chi­scher und deut­scher Spra­che schreibt. Da­bei über­schrei­tet er die Gren­zen von Spra­che, Na­tio­na­li­tä­ten, Ge­schich­te und Geo­gra­fie und kommt gleich­zei­tig den Men­schen – sei­nen Le­sern wie den Prot­ago­nis­ten in sei­nen Bü­chern – sehr na­he. Mit sei­nem li­te­ra­ri­schen Werk, aber auch in sei­nen Cross-over-Pro­jek­ten greift Ru­diš im­mer wie­der die ge­mein­sa­men, dra­ma­ti­schen und oft schmerz­haf­ten Ver­än­de­run­gen des 20. und 21. Jahr­hun­derts auf und schafft ei­nen Raum für die Re­fle­xi­on der Ver­gan­gen­heit, in de­nen Men­schen im Vor­der­grund ste­hen, wäh­rend Po­li­tik, Krie­ge, Ver­fol­gung und Ver­trei­bung als his­to­ri­sche Ma­trix oft im Hin­ter­grund blei­ben."

In sei­nen viel­fach aus­ge­zeich­ne­ten und in zahl­rei­che Spra­chen über­setz­ten Bü­chern würden zum Bei­spiel Rei­sen zu Me­ta­phern für Er­in­ne­rung, Ver­än­de­rung und Ver­söh­nung mit der Ver­gan­gen­heit, das Er­le­ben der Ge­gen­wart werde zu ei­nem er­war­tungs­vol­len Blick in die Zu­kunft, Bahn­hö­fe würden zu Ori­en­tie­rungs­punk­ten. Die Prot­ago­nis­ten sei­ner Pro­sa seien oft "Pas­sa­gie­re in der Schwe­be": zwi­schen Ost und West, zwi­schen der Ver­gan­gen­heit, Ge­gen­wart und Zu­kunft, zwi­schen Er­in­nern und Ver­ges­sen. "Durch sie fühlt der Le­ser, dass ge­ra­de in un­se­rem Teil der Welt, in Mit­tel­eu­ro­pa, die Ge­schich­te un­ter der Ober­flä­che der all­täg­li­chen Ge­sprä­che, der Wit­ze und manch­mal auch des Schwei­gens wei­ter­lebt", heißt es weiter. Ru­diš Wer­ke seien vol­ler sanf­ter Iro­nie, tie­fem Hu­ma­nis­mus und fei­nem Hu­mor. 

In sei­nem Werk und bei sei­nen Auf­trit­ten lebe und vertrete Ja­ros­lav Ru­diš zen­tra­le eu­ro­päi­sche Wer­te wie Völ­ker­ver­stän­di­gung und In­ter­na­tio­na­li­tät, De­mo­kra­tie und Frei­heit. Er sei ei­ne der wirk­mäch­tigs­ten Stim­men der Aus­söh­nung zwi­schen Tsche­chen, Po­len und Deut­schen, ein Schrift­stel­ler des Dia­log und ei­ner der wich­tigs­ten trans­na­tio­na­len Brü­cken­bau­er aus dem tsche­chisch-deutsch-pol­ni­schen Grenz­ge­biet.

Zum Preis:

Der Internationale Brückepreis der Europastadt Görlitz-Zgorzelec wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die demokratische Entwicklung und die Verständigung in Europa in herausragendem Maße verdient gemacht haben. Ein Preisträger kann dabei in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wirken oder gewirkt haben, in Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft, Religion oder Politik, und nachhaltige Anstöße für integratives Denken und Handeln liefern.

Zentrales Kriterium für die Auswahl des Preisträgers soll dessen persönlicher Einsatz sein. Mit der Preisverleihung soll zugleich der Impuls oder die Idee, die hinter dieser Persönlichkeit stehen, einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Preisträger sind durch ihr persönliches Schicksal und Engagement im besonderem Maße der Idee eines friedlichen, freiheitlichen und ganzheitlichen Europa in Kultur, im Denken und Handeln verbunden.

Bisherige Preisträger

Der Preisträger oder die Preisträgerin wird bestimmt durch die Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Diese Brückepreisgesellschaft besteht aus bis zu 15 ordentlichen Mitgliedern.