Auszeichnung

Eichendorff-Literaturpreis geht an Alexandru Bulucz

18. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Der Schriftsteller Alexandru Bulucz erhält den Eichendorff-Literaturpreis 2026. Die Stiftung Kulturwerk Schlesien würdigt damit ein Werk, das durch seine formbewusste Sprache, seine kulturelle Weite "und seine poetische Dringlichkeit" herausragt.

Foto von Alexandru Bulucz

Alexandru Bulucz

Die Jury hebt hervor, dass Alexandru Bulucz "einen literarischen Ort geschaffen hat, der zwischen den Welten, zwischen Deutschland und Rumänien, zwischen Heimat und Fremde, zwischen Gegenwart und Vergangenheit […] liegt." Besonders in seiner Lyrik, aber ebenso in Prosa, Editionen, Übersetzungen und Kritiken richte er, so die Jury weiter, "seinen Blick klug und poetisch, stets mit ethischem Anspruch verbunden vor allem auf die Literatur der osteuropäischen Länder, wo Paradiese und Abgründe sich gleichermaßen finden lassen." 

Der Eichendorff-Literaturpreis 2026 wird an Alexandru Bulucz im Rahmen der 76. Wangener Gespräche (25.–27. September) überreicht, die ebenfalls von der Stiftung Kulturwerk Schlesien (SKWS) veranstaltet werden. Die Preisverleihung mit anschließender Lesung des Preisträgers beginnt am Sonntag, den 27. September 2026, um 11:00 Uhr in der Stadtbücherei im Kornhaus in Wangen im Allgäu. Die Laudatio hält in diesem Jahr Insa Wilke, Literaturkritikerin, Dozentin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Autorin und Jurorin für zahlreiche Literaturpreise (u. a. ehem. Juryvorsitzende des Ingeborg-Bachmann-Preises). 

Zum Preisträger:

Der 1987 in Alba Iulia (Rumänien) geborene Lyriker, Übersetzer und Literaturkritiker Alexandru Bulucz lebt heute in Berlin und veröffentlicht seit 2013 regelmäßig Gedichte, Essays und Rezensionen. Für sein Werk wurde er u. a. mit dem Deutschlandfunk‑Preis (2022), dem Hölty‑Preis (2024) und dem Horst‑Bingel‑Preis (2024) geehrt; seine Texte verbinden kulturelle Weite, formbewusste Sprache und eine poetische Auseinandersetzung mit Herkunft, Erinnerung und europäischer Gegenwart.

Zum Preis:

Der Eichendorff-Literaturpreis wurde seit 1956 vom ehemaligen Wangener Kreis – Gesellschaft für Literatur und Kunst "Der Osten" e. V. verliehen, seit dem Jahr 2024 wird diese Tradition von der Stiftung Kulturwerk Schlesien fortgeführt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und würdigt herausragende literarische Leistungen, die weitgehend in Zusammenhang mit dem in Schlesien geborenen Joseph von Eichendorff stehen.

Zuletzt wurde der Preis an Michael Donhauser, Ulrike Draesner, Iris Wolff, Joanna Bator und Saša Stanišić verliehen, aber auch Michael Krüger, Christoph Hein oder Peter Härtling zählen zu den Geehrten.