Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Ministerin Petra Olschowski entschied über die Vergabe. Der Jury gehörten Iris Radisch (Die Zeit), Sandra Kegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Lukas Bärfuss, Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Christian Holtzhauer (Nationaltheater Mannheim), Sigrid Köhler (Universität Tübingen), Stefanie Stegmann (Literaturhaus Stuttgart) und Frank Hertweck (Südwestrundfunk) an.
Das Preisgericht ehrt Karl-Heinz Ott als einen der originellsten Wahrnehmungskünstler der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Sein Sinn für groteske Komik und alltägliche Tragik verbinde sich mit tiefgründiger Analyse deutscher Wirklichkeit.
Als Höhepunkt seines bisherigen Werks hebt die Jury den 2025 bei Hanser erschienenen Beziehungs- und Reiseroman "Die Heilung von Luzon" hervor: Darin treffen drei deutsche Paare in einem philippinischen Strandhotel in existenzieller Not aufeinander, drei der sechs Personen gelten als unheilbar krank. Ott nutze dies für ein "psychologisch versiertes Generationenporträt"; die Jury bezeichnet das Buch als "meisterhafte Parabel über die Grenzen der Rationalität".
Otts literarische Prägung kommt aus dem Theater: Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Schauspielmusiker und Dramaturg, hatte Stationen in Esslingen und Freiburg, war drei Jahre Chefdramaturg an der Oper in Basel und anschließend am Theater Neumarkt in Zürich. Seit 1997 lebt er als freier Schriftsteller in der Nähe von Freiburg.