Das meldete die Theodor Kramer Gesellschaft. "Helene Maimann hat sich seit frühen Jahren mit Exil und Widerstand auseinandergesetzt", heißt es in der Begründung. "Sie kommt aus einem Milieu, dem in der Nachkriegszeit kaum Beachtung geschenkt wurde: den Rückkehrern aus der Emigration. Ihre Eltern waren jüdische Flüchtlinge, ihr Vater kam als britischer Besatzungssoldat nach Wien zurück. Über das lebenslange Trauma der Eltern, der Verlust fast der ganzen großen Familie in der Schoah, herrschte Schweigen. Es galt, nach vorne zu schauen und auf ein besseres Leben zu hoffen. Helene Maimann ging den Spuren der Eltern bereits in ihrer Dissertation über die österreichische Emigration in Großbritannien nach und schrieb eine Reihe von Essays über die sozialen, kulturellen und sprachlichen Probleme von Widerständigkeit, Verfolgung, Flucht und Exil, aber auch über die Möglichkeiten, die ein stürmisches Leben eröffnen kann. Als Historikerin, Schriftstellerin, Ausstellungs- und Filmemacherin erreichte sie ein breites Publikum und trägt maßgeblich zum heutigen Wissen über das humanistische, kritische und weltoffene 'Andere Österreich' bei."
Die Preisverleihung findet am 4. September in Niederhollabrunn statt.