Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird in diesem Jahr an die portugiesische Autorin Lídia Jorge verliehen. Sie zählt der Jury zufolge seit vielen Jahren zu den bedeutendsten Stimmen der portugiesischen Literatur. In den bald fünfzig Jahren ihrer schriftstellerischen Tätigkeit hat sie dreizehn Romane verfasst, sowie einige Kinderbücher, Erzählungen, Theaterstücke, Gedichte und Essays, die ins Spanische, Französische, Englische und Deutsche übersetzt wurden. Die Kritik am europäischen Kolonialismus gehört zu den Grundthemen der Literatur von Lídia Jorge, ebenso wie die Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit und Armut, mit der Diskriminierung von Frauen, mit Rassismus oder mit der portugiesischen Nelkenrevolution von 1974.
Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird seit 1965 für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin bzw. eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat, was durch Übersetzungen dokumentiert sein muss. Das Werk muss auch in deutschsprachiger Übersetzung vorliegen. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.