Auszeichnung für Erstlingswerke

Sophie Hunger erhält Rauriser Literaturpreis

4. Februar 2026
Redaktion Börsenblatt

Für ihren Debüt-Roman "Walzer für Niemand" (Kiepenheuer & Witsch) erhält die Schweizer Songschreiberin und Autorin Sophie Hunger den Rauriser Literaturpreis 2026. Der Förderpreis geht an Andreas Neuhauser.

"Walzer für Niemand"

"Walzer für Niemand"

Den Rauriser Literaturpreis 2026, der vom Land Salzburg vergeben wird und mit 10.000 Euro dotiert ist, erhält Sophie Hunger für ihren Debüt-Roman "Walzer mit Niemand" - erschienen bei Kiepenheuer & Witsch 2025.

Nach Meinung der Jury – bestehend aus Christa Gürtler, Bettina Hering und Rainer Moritz – ist der Autorin ein literarisches Debüt gelungen, "das seine besondere Sogkraft aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Ausdrucksformen bezieht. Der Text entwickelt sich entlang der Coming-of-Age-Geschichte einer symbiotischen Freundschaftsbeziehung und entfacht dabei eine dichte atmosphärische Spannung, einem Walzer nicht unähnlich, dessen Kreisbewegung zugleich die Tanzenden verbindet und sachte wieder trennt". Dabei sei ein Werk entstanden, "das sich mit tiefer Empathie und gleichzeitig formaler Klarheit gängigen Erzählmustern entzieht und gerade darin überzeugt".

Die Preisverleihung findet am 25. März im Rahmen der Rauriser Literaturtage statt.

Förderpreis an Andreas Neuhauser

Der Rauriser Förderungspreis 2026 geht an Andreas Neuhauser für seinen Text "Linz-Wegscheid". Vergeben wird er vom Land Salzburg und der Marktgemeinde Rauris. Die Dotierung beträgt 5.000 Euro.

Die Jury begründet: "Der vollständige Verzicht auf ein Narrativ stellt ebenso einen mutigen Schritt dar wie das kunstvolle Fortspinnen des Textes, der mit einer 'handelsüblichen Karte des Großraums Linz im Maßstab 1:15.000' einsetzt und die Lesenden auf eine unorthodoxe Stadtteilerkundung mitnimmt. Straßenzüge, Gebäude und öffentliche Verkehrsmittel werden mit einem Blick aufs Detail betrachtet, der immer wieder Neues entdecken lässt."

Andreas Neuhauser

Andreas Neuhauser

Zu den Preisen

Der Rauriser Literaturpreis wird von der Salzburger Landesregierung vergeben und ist für das beste Prosa-Debüt in deutscher Sprache des jeweils vorangegangenen Jahres ausgeschrieben. Verliehen wird der Preis zur Eröffnung der Rauriser Literaturtage. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige, jährlich wechselnde Jury mit je einer Stimme für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Preis wird nicht über Einreichungen vergeben.

Für viele Autorinnen und Autoren ist der Rauriser Literaturpreis das Sprungbrett in die literarische Öffentlichkeit: Auf der Liste der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger finden sich beispielsweise Namen wie Franz Innerhofer, Ruth Klüger und Michael Köhlmeier ebenso wie Herta Müller (Literaturnobelpreisträgerin 2009) und Felicitas Hoppe (Büchnerpreisträgerin 2012).

Der Rauriser Förderungspreis wird für ein unveröffentlichtes Manuskript zu einem Thema, das jeweils im Juni bekanntgegeben wird, ausgeschrieben.