Arbeitsaufenthalte

Szatrawska und Merkel erhalten deutsch-polnisches Stipendium

30. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Das von polnischen und deutschen Institutionen vergebene Albrecht-Lempp-Stipendium geht 2026 an Ishbel Szatrawska (Krakau) und Rainer Merkel (Berlin). Es ermöglicht einen einmonatigen Arbeitsaufenthalt im jeweils anderen Land.

Das Albrecht-Lempp-Stipendium wird gemeinsam von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, dem Polnischen Buchinstitut und dem Literarische Colloquium Berlin (LCB) vergeben. 2026 geht es laut Mitteilung an Ishbel Szatrawska (Krakau) und Rainer Merkel (Berlin). Die Auszeichnung ist für Ishbel Szatrawska mit einem Aufenthalt im LCB, und für Rainer Merkel mit einen Monat im Gästehaus des Buchinstituts in Krakau verbunden.

93 Bewerbungen von Schriftsteller·innen und Übersetzer·innen aus Polen und Deutschland sind in diesem Jahr eingereicht worden. Die Jury setzte sich aus den Vertreter·innen der Stifter des Stipendiums zusammen: Jürgen Jakob Becker (LCB), Joanna Czudec (SdpZ), Łucja Gawkowska (PBI).

Zu den Personen:

Ishbel Szatrawska, 1981 in Olsztyn geboren, ist Dramatikerin, Theaterwissenschaftlerin und Prosaautorin, lebt und arbeitet in Krakau. Sie ist Autorin von sechs Dramen und zwei Romanen. Ihr preisgekrönter Debütroman "Toń" (Cyranka) erschien 2025 unter dem Titel "Die Tiefe" in Andreas Volks deutscher Übersetzung im Verlag Voland&Quist. 2025 folgte ihr zweiter Roman "Wyrok" (Cyranka), der für den Paszport "Polityki" nominiert war. Auch ihre Dramen wurden mehrfach ausgezeichnet; u. a. schaffte es "Totentanz. Czarna noc, czarna śmierć" auf die Longlist des Berliner Theatertreffens.

Rainer Merkel, 1964 in Köln geboren, hat Psychologie und Kunstgeschichte studiert und lebt in Berlin. Von 2008 bis 2009 arbeitete er für Cap Anamur im einzigen psychiatrischen Krankenhaus Liberias. Im S. Fischer Verlag erschienen die Romane "Das Jahr der Wunder" (2001), "Das Gefühl am Morgen" (2005), "Lichtjahre entfernt" (2009), der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand, "Bo" (2013), "Stadt ohne Gott" (2018) und die Reportagen "Das Unglück der anderen. Kosovo, Liberia, Afghanistan" (2012) und "Go Ebola Go. Eine Reise nach Liberia" (2014). 2013 wurde Rainer Merkel mit dem Erich Fried-Preis ausgezeichnet.

Zum Stipendium:

Das Albrecht-Lempp-Stipendium richtet sich an deutsche und polnische Schriftsteller·innen sowie an deutsche Literaturübersetzer·innen aus dem Polnischen und polnische Literaturübersetzer·innen aus dem Deutschen. Es ermöglicht einen einmonatigen Arbeitsaufenthalt im jeweils anderen Land.

Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, das Polnische Buchinstitut und das Literarische Colloquium Berlin haben das Programm 2013 gemeinsam ins Leben gerufen und würdigen damit das Engagement des Übersetzers und Literaturvermittlers Albrecht Lempp (1953–2012) für den deutsch-polnischen Literaturaustausch.