Romanautoren fürchten Verdrängung durch KI
Jede zweite britische Romanautor:in hält es für wahrscheinlich, dass KI ihre Arbeit verdrängt. Zugleich fordern sie neue Regeln, damit ihre Bücher nicht heimlich als Futter für KI-Modelle dienen.
Jede zweite britische Romanautor:in hält es für wahrscheinlich, dass KI ihre Arbeit verdrängt. Zugleich fordern sie neue Regeln, damit ihre Bücher nicht heimlich als Futter für KI-Modelle dienen.
Eine von der Universität Cambridge veröffentlichte Studie zeigt, wie tief die Verunsicherung im britischen Literaturbetrieb sitzt. Viele veröffentlichte Romanautor:innen befürchten, dass generative KI ihre Arbeit entwertet oder sogar ersetzt, und dass ihre Werke ohne Erlaubnis zum Training großer Sprachmodelle genutzt wurden. Besonders betroffen sind Tätigkeiten rund um das Schreiben, etwa Übersetzung, Lektorat oder Copywriting, die wichtige Zusatzeinkommen sichern.
Durchgeführt wurde die Studie von Dr. Clementine Collett am Minderoo Centre for Technology and Democracy der Universität Cambridge. Befragt wurden 258 veröffentlichte Romanautor:innen und 74 Branchenprofis aus dem britischen Fiction-Sektor. Besonders gefährdet sehen die Befragten Genreautor:innen, etwa in den Bereichen Liebesroman, Thriller und Krimi. Gleichzeitig betonen viele, dass sie KI für bestimmte Routineaufgaben als nützlich ansehen, nicht jedoch als Ersatz für kreative Arbeit.
Im Zentrum der Kritik stehen Urheberrecht, Vergütung und Transparenz. Viele Autor:innen haben das Gefühl, dass ihre Rechte seit dem Aufkommen generativer KI systematisch missachtet werden. Sie lehnen Modelle ab, bei denen KI-Unternehmen Texte standardmäßig nutzen dürfen, solange keine ausdrückliche Sperre erfolgt. Stattdessen fordern sie klare Regeln, Transparenz über Trainingsdaten und faire Bezahlung – etwa über kollektive Lizenzmodelle.
Gleichzeitig geht es den Befragten um die Zukunft des Romans als Kunstform. Sie befürchten eine Verflachung und Vereinheitlichung von Literatur, wenn KI verstärkt verwendet wird und vor allem vorhandene Muster reproduziert. Autor:innen warnen vor einem Vertrauensverlust zwischen Schreibenden und Lesenden, insbesondere wenn der Einsatz von KI nicht offengelegt wird oder gar KI-generierte Bücher unter echten Autor:innen-Namen auftauchen. Die zentrale Botschaft der Studie: Der Roman gilt vielen als schützenswerte, menschliche Kunstform, deren Wert auch im KI-Zeitalter rechtlich und kulturell abgesichert werden muss.