Deutscher Buchhandlungspreis

Stellungnahme der Jury zum Buchhandlungspreis-Ausschluss

9. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Die Jury des Deutschen Buchhandlungspreises distanziert sich vom Ausschluss der drei Buchhandlungen, der außerhalb ihres Einflussbereichs lag. Buchhandlungen sollten als "Orte der Meinungsbildung und der gelebten Meinungsfreiheit" durch den Preis in ihrer Vielfalt und Breite sichtbar gemacht werden.

die 6 Mitglieder der Jury  zum Deutschen Buchhandlungspreis 2025

Lena Renold, Jörg Englbrecht, Margit Lesemann, Michael Schmitt, Anne Friebel, Thomas Kohle (von links)

Die unabhängige Fachjury des Deutschen Buchhandlungspreises hat im vergangenen Jahr 118 Buchhandlungen ausgewählt. Ausschlaggebend waren unter anderem ein anspruchsvoll kuratiertes literarisches Sortiment, Engagement in der Lese- und Kulturförderung, ein vielfältiges kulturelles Veranstaltungsprogramm, innovative Geschäftsmodelle sowie der Einsatz für kulturelle Vielfalt und gesellschaftspolitisches Engagement.

Die Jury steht ausdrücklich hinter ihrer Auswahl dieser 118 Buchhandlungen, wie sie in einer Stellungnahme mitteilt. "Sie verkörpern in besonderer Weise eine Verbindung aus kultureller Verantwortung und gesellschaftlichem Engagement und prägen damit eine Buchhandelslandschaft, die auch im internationalen Vergleich als außergewöhnlich vielfältig und lebendig gelten kann", heißt es weiter.

Die Jury erklärte, es sei ihre Aufgabe, die Vielfalt des Buchhandels auch in der Breite der Auswahl für den Deutschen Buchhandlungspreis sichtbar zu machen und zu würdigen. Für die Prämierten des Jahres 2025 sehe sie dieses Ziel als erreicht an.

Die nachträgliche Entscheidung, drei Buchhandlungen von der Prämierung auszuschließen, wurde vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) getroffen und lag außerhalb des Einflussbereichs der Jury. Die Jury distanziert sich ausdrücklich von dem dabei angewandten Haber-Verfahren. Nach dem Ausschluss der drei Buchhandlungen habe die Jury sich bewusst dazu entschieden, diese drei Plätze nicht nachzunominieren, sondern eine sichtbare Lücke zu lassen.

"Den derzeitigen Diskurs zur Vorgehensweise durch das BKM begrüßen wir, da es hier um die Klärung grundsätzlicher demokratischer Belange geht", teilt die Jury mit. "Wir sind davon überzeugt, dass Buchhandlungen Orte der Meinungsbildung und der gelebten Meinungsfreiheit sind – offene, demokratische Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und gesellschaftliche Debatten stattfinden können."

Das vielfältige Engagement der Buchhandlungen solle auch weiterhin anerkannt, aufgezeigt und gewürdigt werden, heißt es in der Stellungnahme. Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis soll "genau diese besondere Rolle unabhängiger Buchhandlungen hervorgehoben werden: ihr Einsatz für Literatur, für kulturelle Vielfalt und für eine lebendige demokratische Öffentlichkeit". Ziel sei es, diese Arbeit sichtbar zu machen und ihr die öffentliche Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient, um auch künftig eine wertvolle Breite der Buchhandlungen für den Preis sicherzustellen.