Wissenschaftsverlage

Brill kauft Vandenhoeck & Ruprecht

1. März 2021
von Börsenblatt

Der internationale Wissenschaftsverlag Brill mit Hauptsitz in Leiden hat sich mit den Gesellschaftern geeinigt und übernimmt sämtliche Inhalte der Vandenhoeck & Ruprecht Verlage. Der Verlagssitz bleibt in Göttingen.

v. l. nr. Jörg Persch (Geschäftsführer Brill Deutschland GmbH), Peter Coebergh (CEO Brill), Jasmin Lange (CPO Brill), Koen Gulen (Brill), Steffen Bohne (Geschäftsführer V&R)

Brill ist einer der führenden internationalen Wissenschaftsverlage in den Bereichen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie internationales Recht mit Hauptsitz in Leiden in den Niederlanden. Nach der Einigung mit den Gesellschaftern des 1735 gegründeten Traditionsverlags Vandenhoeck & Ruprecht, gab Brill die Übernahme der Gruppe heute bekannt.

Der niederländische Verlag hat damit einer der ältesten deutschen Wissenschaftsverlage übernommen. Vandenhoeck & Ruprecht genießt vor allem in den Geisteswissenschaften, Theologie und Geschichte einen guten, internationalen Ruf.

„Der deutschsprachige Raum ist einer der bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Verlagsmärkte der Welt. Durch die Aufnahme von V & R erweitert Brill mit mehr als 850 neuen Buchtiteln pro Jahr und einem Zeitschriftenportfolio von ca. 70 Zeitschriften sein umfangreiches Portfolio in Deutschland und Österreich. Dies umfasst sowohl englisch- als auch deutschsprachige Inhalte“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Aktivitäten von Vandenhoeck & Ruprecht werden mit den Verlagsaktivitäten der von Brill gegründeten Brill Deutschland GmbH zusammengelegt, die die Imprints Ferdinand Schöningh, Wilhelm Fink und Mentis umfasst.

Standort Göttingen bleibt

Wie Jasmin Lange, Chief Publishing Officer von Brill, auf Anfrage bestätigt, bleibt der Göttinger Verlagssitz von Vandenhoeck & Ruprecht mit beiden Standorten in der Theaterstraße und in der Robert-Bosch-Breite erhalten.

„Unsere Autor*innen werden von den gemeinsamen kombinierten Marketing- und Vertriebsanstrengungen profitieren“, heißt es weiter in der Mitteilung an die Presse. Die Wirkung ihrer Forschung werde erhöht, die Kund*innen würden von den neuen verstärkten Vertriebskapazitäten und dem verbesserten Kundenservice sowohl international als auch im DACH-Markt profitieren. „Beide Verlage arbeiten bereits mit der Brockhaus Commission zusammen, sodass ein reibungsloser Übergang in der Distribution gewährleistet ist.“

Brills CEO, Peter Coebergh, erklärt die Übernahme so: „Vandenhoeck & Ruprecht ist wie eine natürliche Schwester von Brill Deutschland mit den Imprints Ferdinand Schöningh, Wilhelm Fink und Mentis: Beide verfügen über eine sehr lange Familientradition, einen exzellenten Ruf bei Autor*innen und Wissenschaftler*innen und sind führend in den Geisteswissenschaften, vor allem in den gleichen Disziplinen wie Brill." Mit der Akquisition erreiche Brill sein mit der Übernahme von Schöningh & Fink gesetztes strategisches Ziel, einen zweiten Markt in Deutschland auszubauen.

Vorgenommen hat sich Brill unter anderem die Digitalisierung der V&R-Inhalte, Umsatzsteigerung in den internationalen Bibliotheksmärkten, sowie den Ausbau des Open-Access-Modells.

Brill wurde 1683 in Leiden, Niederlande, gegründet und ist ein internationaler Wissenschaftsverlag mit Büros in Leiden, Boston, Paderborn, Singapur und Peking. Der Verlag veröffentlicht mehr als 300 Zeitschriften und fast 1.400 Bücher pro Jahr. Es ist ein börsennotiertes Unternehmen. 

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