"Ein Bild, das einen Monat an der Wand hängt, kann einiges vertragen", sagt Ackermann-Verlagsleiterin Nicole Roussey. Vor allem brauche es Authenzität: "Viele Bilder gehen heute von einer perfekten Harmonie aus – aber die Surrealität einer Überperfektion wird selten ertragen. Der Betrachter merkt schnell, wenn es zu viel ist." Gerade, wenn versucht werde, mit KI
zu optimieren. "Mit Bildkorrekturen kann man hie und da etwas ausgleichen, aber man kann aus einem schlechten Bild kein gutes machen." Weshalb Ackermann von vornherein auf gute Fotografen setze. Insgesamt komme es aber auf das Spannungsgefüge im Kalender an. "Man möchte nicht zwölf Mal blühende Wiesen sehen. Deshalb braucht es Editoren."
Wie oft ließe sich ein Bild-Drama wie Edvard Munchs "Schrei" unterbringen? "Kommt drauf an: im Wochenkalender mehr, im Monatskalender weniger. In einem Provence-Kalender wird ein blühendes Lavendelfeld erwartet – aber zwölf Lavendelfelder will niemand. Die Abwechslung macht es", weiß Roussey. Nicht nur sie hat beobachtet, dass der hochpreisige Kalendermarkt 2025 rückläufig gewesen ist. Nach Erfahrungen von Buchhändler:innen gehen vor allem die Wandkalender um die 30 und 40 Euro gut.