Alternative für Papier?

Wie Pilzfasern die Druckindustrie verändern sollen

16. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Das Dresdner Unternehmen matabooks will den Buchdruck mit einer innovativen Fasertechnologie namens "mycofibre" umweltfreundlicher machen. Durch das Beimischen von Pilzfasern könnte der Einsatz alternativer Rohstoffe in der Papierproduktion steigen.

Wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt gab, dient "mycofibre" als Verstärkungsfaser in bestehenden Papierrezepturen. Durch die Beimischung sollen die mechanischen Eigenschaften so verbessert werden, dass alternative Materialien wie Gras-, Stroh- oder Hanffasern in größeren Mengen genutzt werden können, ohne die Qualitätsstandards der Industrie zu beeinträchtigen.

Vom Labor zur industriellen Fertigung

  • Die Entwicklung von "mycofibre" ist das Ergebnis einer mehrjährigen Forschungsarbeit in Kooperation mit der Technischen Universität Dresden und Partnern aus Papierfabriken.
  • Laut matabooks ist die Transformationsphase vom Labormaßstab zur ersten industriellen Fertigung erfolgreich abgeschlossen.
  • Der Fokus liege nun auf der Stabilisierung der Produktion und dem Aufbau strategischer Partnerschaften in der Industrie.

Fokus auf Werkstoffentwicklung

Seit seiner Gründung im Jahr 2018 hat sich matabooks von einem auf vegane Bücher aus Graspapier spezialisierten Verlag zu einem Innovationsunternehmen im Materialbereich entwickelt. Mit der neuen Pilzfaser-Technologie gehe das Unternehmen "einen weiteren Schritt – von der nachhaltigen Anwendung hin zur eigenständigen Werkstoffentwicklung für industrielle Märkte". Perspektivisch adressiert "mycofibre" neben der Papier- und Verpackungsindustrie auch internationale Märkte für biobasierte Werkstoffe.

Mycrofibre wurde erstmals auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt.