Die Behörde des BKM habe wahrheitswidrig suggeriert, die Buchhändlerinnen wären von der Jury nicht für den renommierten Buchhandlungspreis ausgewählt worden. "Hätte nicht ein:e Whistleblower:in die Vorgänge öffentlich gemacht, würden die Klägerinnen bis heute dem Irrtum aufsitzen, die Fachjury hätte sich gegen sie entschieden", fasst Prigge zusammen. Sein Kollege Voigt legt nach: "Es entsteht der Eindruck, dass Weimer und seine Behörde gelogen haben, um sich der öffentlichen Diskussion und der gerichtlichen Kontrolle zu entziehen."
Indes sei auch bekannt geworden, dass zwei der drei ausgeschlossenen Buchhandlungen sogar als Besonders herausragende Buchhandlungen prämiert werden sollten und einen Preis in Höhe von 15.000 Euro erhalten hätten. Es handelt sich um die Buchhandlungen Golden Shop (Bremen) und Rote Straße (Göttingen). Dies steigere nicht nur den Streitwert der Klagen, so Voigt: "Es wird auch deutlich, dass der Bundesbeauftragte keinerlei Respekt vor der Fachjury hat."
Nach Börsenblatt-Informationen war die Jury nicht bereit, Buchhandlungen nach zu nominieren - so kam es zur Liste von 115 statt wie gewohnt 118 Preisträgern. Ob dies bedeutet, dass in diesem Jahr statt 5 nur 3 "Besonders herausragende Buchhandlungen" gekürt werden, ist offen, steht aber zu vermuten. Eine Anfrage beim BKM läuft.
Es war gar keine Verfassungsschutz-Info, sondern politischer Wille
Buchhandlungen auszuschließen und hat das nachträglich nur so legitimiert.
Der große amerikanische Bruder scheint Vorbild zu stehen.
Holger Schwab, buchLaden 46
War er es nicht auch, der aus "verfassungrechtllichen Bedenken" den Kulturpass abgeschafft hat?! Da gibt es übrigens durchaus auch andere Ansichten zu und der Minister wurde für die Abschaffung des Kulturpasses auch schon deutlich kritisiert. Siehe z.B. https://www.deutschlandfunkkultur.de/kulturpass-finanzierung-verfassungswidrig-bundesrechnungshof-weimer-100.html#kulturpass-aus
Herr Weimer scheint sich ja wirklich sehr für das Kulturgut Buch und andere kulturellen Belange zu engagieren.
Ich bin mal gespannt, ob es nächstes Jahr noch einen Buchhandlungspreis geben wird. Schon alleine aus dem Grund, da angeblich "Kulturförderung primär eine Ländersache" ist. Da frage ich mich allerdings, benötigen wir dann eigentlich einen Kulturstaatsminister oder reichen Kulturlandesminister?! Da könnten wir ja noch ein paar Einsparungen erzielen ;-)
Recht so, dass ihm jetzt mal ordentlich Gegenwind entgegenbläst. Da hat er sicher nicht mit gerechnet.
Dass er dann auch noch den Festakt der Buchhandlungspreis - Übergabe absagt, lässt tief blicken.
Reinhold Hesse, Tintenfaß Eslohe