Bildergalerie: Deutscher Buchpreis

Auszeichnung für Saša Stanišić

Zum 15. Mal fand die Verleihung des Deutschen Buchpreises im Frankfurter Römer statt.

Zum 15. Mal fand die Verleihung des Deutschen Buchpreises im Frankfurter Römer statt.

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Die Kulturdezernentin der Stadt, Ina Hartwig, ist selbst auch Autorin und Literaturkritikerin und betonte, dass Frankfurt gerne Gastgeber sei für dieses Preisformat, das Romane auszeichne und damit beweise, „dass der Roman doch nicht so schnell untergeht, wie von manchen mit einer gewissen Angstlust behauptet.“

Die Kulturdezernentin der Stadt, Ina Hartwig, ist selbst auch Autorin und Literaturkritikerin und betonte, dass Frankfurt gerne Gastgeber sei für dieses Preisformat, das Romane auszeichne und damit beweise, „dass der Roman doch nicht so schnell untergeht, wie von manchen mit einer gewissen Angstlust behauptet.“

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Cécile Schortmann sorgte mit umsichtiger Moderation für einen reibungslosen Ablauf der Live-Übertragung und mit einem todschicken Hosenanzug (Rückseite!) für Glamour im Römer.

Cécile Schortmann sorgte mit umsichtiger Moderation für einen reibungslosen Ablauf der Live-Übertragung und mit einem todschicken Hosenanzug (Rückseite!) für Glamour im Römer.

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Mehr als 200 Romane sind für den Deutschen Buchpreis 2019 gelesen und bewertet worden – wie wählt man da aus? Jurysprecher Jörg Magenau erklärt: „Wir haben keinen Proporz-Meterstab angelegt“. Jeder Roman wurde an dem gemessen, was der Autor vorhatte – und das sei sehr überzeugend gewesen.

Mehr als 200 Romane sind für den Deutschen Buchpreis 2019 gelesen und bewertet worden – wie wählt man da aus? Jurysprecher Jörg Magenau erklärt: „Wir haben keinen Proporz-Meterstab angelegt“. Jeder Roman wurde an dem gemessen, was der Autor vorhatte – und das sei sehr überzeugend gewesen.

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In der ersten Reihe: die Jury mit Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Petra Hartlieb (Hartliebs Bücher, Wien), Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt am Main), Margarete von Schwarzkopf (Autorin und Literaturkritikerin), Björn Lauer (Hugendubel Frankfurt), Daniela Strigl (Literaturwissenschaftlerin) undLiteraturkritiker Jörg Magenau (Jurysprecher, von links).

In der ersten Reihe: die Jury mit Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Petra Hartlieb (Hartliebs Bücher, Wien), Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt am Main), Margarete von Schwarzkopf (Autorin und Literaturkritikerin), Björn Lauer (Hugendubel Frankfurt), Daniela Strigl (Literaturwissenschaftlerin) undLiteraturkritiker Jörg Magenau (Jurysprecher, von links).

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Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller freute sich über die lebhaften Feuilleton-Debatten im zeitlichen Umfeld der Preis-Choreografie: „Etwas Besseres kann Büchern nicht passieren, als dass sie durch Diskussionen und Besprechungen in den Mittelpunkt gestellt werden“.

Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller freute sich über die lebhaften Feuilleton-Debatten im zeitlichen Umfeld der Preis-Choreografie: „Etwas Besseres kann Büchern nicht passieren, als dass sie durch Diskussionen und Besprechungen in den Mittelpunkt gestellt werden“.

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In kurzen Filmen, die die Deutsche Welle produziert, werden die Shortlist-Autorin mit ihrem Buch vorgestellt. 
In Raphalea Edelbauers Debüt „Das flüssige Land“ (Klett Cotta) trifft eine junge Physikerin aus Wien im Heimatdorf der verstorbenen Eltern auf einen Abgrund - auch in übertragener Bedeutung. Juror Alf Mentzer lobte die „fantastische Literatur“ mit der Super-Metapher „flüssiges Land“.

In kurzen Filmen, die die Deutsche Welle produziert, werden die Shortlist-Autorin mit ihrem Buch vorgestellt. In Raphalea Edelbauers Debüt „Das flüssige Land“ (Klett Cotta) trifft eine junge Physikerin aus Wien im Heimatdorf der verstorbenen Eltern auf einen Abgrund - auch in übertragener Bedeutung. Juror Alf Mentzer lobte die „fantastische Literatur“ mit der Super-Metapher „flüssiges Land“.

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Kintsugi ist die japanische Technik zerbrochenes Porzellan mit Gold zu kitten, und in Miku Sophie Kühmels gleichnamigen Debütroman (S. Fischer) ein Symbol für die Reparaturversuche der brüchigen Beziehungen zwischen den Protagonisten. Juror Hauke Hückstädt zeigte sich beeindruckt, wie in dem „Vexierspiel der Perspektiven“ (Kühmel) Form und Inhalt ineinander fließen.

Kintsugi ist die japanische Technik zerbrochenes Porzellan mit Gold zu kitten, und in Miku Sophie Kühmels gleichnamigen Debütroman (S. Fischer) ein Symbol für die Reparaturversuche der brüchigen Beziehungen zwischen den Protagonisten. Juror Hauke Hückstädt zeigte sich beeindruckt, wie in dem „Vexierspiel der Perspektiven“ (Kühmel) Form und Inhalt ineinander fließen.

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Tonio Schachingers Debüt „Nicht wie ihr“ (Kremayr & Scheriau) ist ein Roman über die Welt des Spitzensports, bei dem man in die Gedankenwelt des Top-Fußballers Ivo eintaucht. Jurorin Petra Hartlieb entdeckt die politische Dimension in der Fußballergeschichte – hinter den Identitätskrisen auch eine „toxische Männlichkeit“.

Tonio Schachingers Debüt „Nicht wie ihr“ (Kremayr & Scheriau) ist ein Roman über die Welt des Spitzensports, bei dem man in die Gedankenwelt des Top-Fußballers Ivo eintaucht. Jurorin Petra Hartlieb entdeckt die politische Dimension in der Fußballergeschichte – hinter den Identitätskrisen auch eine „toxische Männlichkeit“.

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Norbert Scheuer (rechts) erzählt in „Winterbienen“ (C.H.Beck) in Form von Tagebucheinträgen von einem Imker, der im „dritten Reich“ Juden über die Grenze schmuggelt. Scheuer ist zum zweiten Mal unter den Favoriten für den Deutschen Buchpreis. Seine Geschichte spielt in der Eifel („Es käme mir gar nicht in den Sinn, eine Geschichte in New York spielen zu lassen!“) Jurorin Margarete von Schwarzkopf sieht in der Geschichte mit dem totalitäten Bienenstaat eine große Parabel, unterhaltsam und spannend.

Norbert Scheuer (rechts) erzählt in „Winterbienen“ (C.H.Beck) in Form von Tagebucheinträgen von einem Imker, der im „dritten Reich“ Juden über die Grenze schmuggelt. Scheuer ist zum zweiten Mal unter den Favoriten für den Deutschen Buchpreis. Seine Geschichte spielt in der Eifel („Es käme mir gar nicht in den Sinn, eine Geschichte in New York spielen zu lassen!“) Jurorin Margarete von Schwarzkopf sieht in der Geschichte mit dem totalitäten Bienenstaat eine große Parabel, unterhaltsam und spannend.

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Jackie Thomae erzählt das Schicksal von Mick und Gabriel, die unterschiedlicher nicht sein könnten und nur durch den gleichen Vater verbunden sind, den sie nicht kennen: „Brüder“ (Hanser). Juror Björn Lauer betont, dass der Roman in der ehemaligen DDR spiele, aber doch kosmopolitisch sei.

Jackie Thomae erzählt das Schicksal von Mick und Gabriel, die unterschiedlicher nicht sein könnten und nur durch den gleichen Vater verbunden sind, den sie nicht kennen: „Brüder“ (Hanser). Juror Björn Lauer betont, dass der Roman in der ehemaligen DDR spiele, aber doch kosmopolitisch sei.

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Saša Stanišić, „Herkunft“, (Luchterhand): In dem autobiografischen Roman spürt Stanišić seinen bosnischen Wurzeln nach. Zum dritten Mal ist Stanisic damit unter den Favoriten für den Deutschen Buchpreis (zweimal waren seine Romane auf der Shortlist, einmal auf der Longlist). Jurorin Daniela Strigl machte auf die grundlegende Frage aufmerksam, wie man über Herkunft schreiben könne, ohne in Klischees zu verfallen. Stanišić finde dafür eine neue Sprache.

Saša Stanišić, „Herkunft“, (Luchterhand): In dem autobiografischen Roman spürt Stanišić seinen bosnischen Wurzeln nach. Zum dritten Mal ist Stanisic damit unter den Favoriten für den Deutschen Buchpreis (zweimal waren seine Romane auf der Shortlist, einmal auf der Longlist). Jurorin Daniela Strigl machte auf die grundlegende Frage aufmerksam, wie man über Herkunft schreiben könne, ohne in Klischees zu verfallen. Stanišić finde dafür eine neue Sprache.

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Heinrich Riethmüller gibt den Namen des Deutschen Buchpreisträgers 2019 bekannt.

Heinrich Riethmüller gibt den Namen des Deutschen Buchpreisträgers 2019 bekannt.

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Die Kameras fingen Stanišić‘ freudig überraschte Reaktion ein, als Heinrich Riethmüller den Namen des Preisträgers verkündete.

Die Kameras fingen Stanišić‘ freudig überraschte Reaktion ein, als Heinrich Riethmüller den Namen des Preisträgers verkündete.

© vntr.media

Die Gratulationen von links und rechts erwiderte Stanišić noch strahlend, doch während Börsenvereinsvorsteher Riethmüller die Jurybegründung verlas, war schon die Anspannung spürbar, die den Autor neben ihm auf der Bühne erfasste.

Die Gratulationen von links und rechts erwiderte Stanišić noch strahlend, doch während Börsenvereinsvorsteher Riethmüller die Jurybegründung verlas, war schon die Anspannung spürbar, die den Autor neben ihm auf der Bühne erfasste.

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Denn Stanišić nutzte die Aufmerksamkeit des Publikums und der Kameras für eine ernste Botschaft: Sichtlich um Fassung bemüht, kritisierte er die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke, der die Fakten des bosnisch-serbischen Krieges leugne. „Ich hatte das Glück zu entkommen“, sagte Stanišić, „und ich feiere mit Olga Tokarczuk die Literatur, die alles versucht, und die uns Leser nicht für dumm verkaufen will, indem sie das Poetische in Lüge verkleidet – und zwar freiwillig“.

Denn Stanišić nutzte die Aufmerksamkeit des Publikums und der Kameras für eine ernste Botschaft: Sichtlich um Fassung bemüht, kritisierte er die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke, der die Fakten des bosnisch-serbischen Krieges leugne. „Ich hatte das Glück zu entkommen“, sagte Stanišić, „und ich feiere mit Olga Tokarczuk die Literatur, die alles versucht, und die uns Leser nicht für dumm verkaufen will, indem sie das Poetische in Lüge verkleidet – und zwar freiwillig“.

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Die für das Pressebild bereitstehenden Fotografen wedelte Stanišić erst mal beiseite - er wollte sich erst mal bei den Jurorinnen und Juroren bedanken.

Die für das Pressebild bereitstehenden Fotografen wedelte Stanišić erst mal beiseite - er wollte sich erst mal bei den Jurorinnen und Juroren bedanken.

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Stanišić bedankte sich herzlich bei seinem Verlag, insbesondere seiner Lektorin Katja Saemann, und, da er selbst gesundheitlich nicht in Form war, rief dem Publikum zu: „Lassen Sie sich nicht anstecken – außer von guter verkäuflicher und unverkäuflicher Literatur!“

Stanišić bedankte sich herzlich bei seinem Verlag, insbesondere seiner Lektorin Katja Saemann, und, da er selbst gesundheitlich nicht in Form war, rief dem Publikum zu: „Lassen Sie sich nicht anstecken – außer von guter verkäuflicher und unverkäuflicher Literatur!“

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Auf der kommenden Frankfurter Buchmesse sind Saša Stanišić  und weitere Autoren der Shortlist live zu erleben (zu den <a href="https://www.deutscher-buchpreis.de/news/eintrag/der-deutsche-buchpreis-2019-auf-der-frankfurter-buchmesse/">Terminen</a>).

Auf der kommenden Frankfurter Buchmesse sind Saša Stanišić und weitere Autoren der Shortlist live zu erleben (zu den Terminen).

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