Eine unabhängige, dreiköpfige Jury hat sich einstimmig für die in Berlin lebende Preisträgerin entschieden. Krechel erhält die Auszeichnung insbesondere für ihre beiden Bände "Stimmen aus dem harten Kern" (Jung und Jung) sowie "Jäh erhellte Dunkelheit" (Jung und Jung). "Diesen Gedichten zu begegnen, ist ein Erlebnis; man erinnert sich nachdrücklich an die Stimme einer Dichterin, der es mit ihren Versen gelingt, die Materialität der Sprache, ihre Laute, ihre Schrift, so freizulegen, dass sich ein feines Leuchten über die Dinge legt", urteilt Jurymitglied Silke Scheuermann in der Mitteilung zur Preisvergabe.
Der Preis, den die Stadt Wiesbaden in Kooperation mit hr2-kultur vergibt, ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 6. Juni im Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden verliehen.
Die ebenfalls in Berlin lebende Lyrikerin Simone Kornappel erhält für ihren noch unveröffentlichten Band "raumanzug" den mit 2.500 Euro dotierten "Orphil"-Debütpreis.
Gestiftet wurden die Preise von Ilse Konell, Witwe des 1991 verstorbenen Dichters George Konell, der viele Jahre seines Lebens in Wiesbaden verbrachte und dessen Geburtstag sich am 6. Juni zum 100. Mal jährt. Vergeben wird der "Orphil" künftig alle zwei Jahre an Lyriker, die mit ihrem Werk Stellung beziehen. "Orphil" nannte George Konell die eisernen Gockel auf den Rathäusern Frankreichs, die für ihn das Lied des Sängers Orpheus wie auch die Ideale der Französischen Revolution verkörperten.